Was Risikokarten im Anlagenumfeld abbilden
Risikokarten verknüpfen standortbezogene Daten mit Annahmen zu Störfällen, Freisetzungen, Bränden, Explosionen oder anderen relevanten Ereignissen. Dargestellt werden je nach Fragestellung etwa Gefahrenquellen, Wirkbereiche, Intensitätszonen, betroffene Nutzungen, Schutzobjekte oder sensible Umweltbereiche. Die Karte ist damit keine reine Zeichnung, sondern die räumliche Übersetzung fachlicher Bewertungen und Modellresultate.
Einsatzbereiche bei Planung, Standortbeurteilung und Notfallorganisation
Risikokarten werden eingesetzt, wenn räumliche Auswirkungen nachvollziehbar beurteilt werden müssen. Das betrifft unter anderem Industrie- und Energieanlagen, Lager- und Umschlagbereiche, Leitungsinfrastruktur sowie Übergänge zu Wohnnutzungen, Verkehrsachsen oder Gewässern. Sie dienen der Standortbeurteilung, der Abstimmung mit raumbezogenen Planungen, der Priorisierung von Schutzmassnahmen und der Vorbereitung von Einsatz- und Alarmierungsabläufen.
Mögliche Darstellungen und inhaltliche Varianten
Je nach Zweck können Risikokarten einzelne Szenarien oder mehrere Ereignistypen zusammengefasst darstellen. Üblich sind Karten mit Auswirkungsradien oder Wirkzonen, Überlagerungen mit Bevölkerungs- und Nutzungsdaten sowie Darstellungen besonders empfindlicher Objekte wie Schulen, Spitäler, Gewässer oder Naturräume. Auch Kombinationen aus Gefährdung, Exposition und Schutzbedürftigkeit sind möglich, sofern die zugrunde liegenden Daten und Annahmen nachvollziehbar dokumentiert sind.
Abgrenzung zu Risikoanalyse, Ausbreitungsrechnung und Sicherheitskonzept
Risikokarten ersetzen keine Risikoanalyse und keine Störfallanalyse, sondern machen deren räumliche Ergebnisse lesbar. Im Unterschied zu Ausbreitungsrechnungen, die einzelne Stoff- oder Wirkungsausbreitungen berechnen, fassen Risikokarten relevante Resultate kartografisch zusammen und setzen sie in Bezug zur Umgebung. Von Sicherheitskonzepten unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keine organisatorischen und technischen Massnahmen regeln, sondern die räumliche Risikosituation darstellen.