Welche Bereiche beim Deponiemonitoring überwacht werden
Im Mittelpunkt stehen Mess- und Kontrollpunkte, über die sich der Zustand einer Deponie und mögliche Auswirkungen auf die Umgebung beurteilen lassen. Dazu gehören je nach Anlage Sickerwasserfassungen, Gasbrunnen, Grundwassermessstellen, Oberflächenwasserableitungen, Entwässerungsleitungen, Böschungen, Oberflächenabdichtungen und Setzungsbereiche. Ergänzend werden Sichtkontrollen und Zustandsbeurteilungen durchgeführt, wenn die bauliche Integrität der Anlage Teil des Überwachungskonzepts ist.
Einsatzphasen von Betrieb, Stilllegung und Nachsorge
Deponiemonitoring kann während des laufenden Betriebs, in der Stilllegungsphase und in der Nachsorge erforderlich sein. Im Betrieb liegt der Fokus oft auf Emissionen, Wasserführung und betrieblichen Auffälligkeiten. Nach der Schliessung verschiebt sich der Schwerpunkt auf die längerfristige Entwicklung des Deponiekörpers, die Funktion von Abdichtungen und Entwässerung sowie auf mögliche Stoffausträge in Boden und Wasser.
Messmedien, Messstellen und Auswertung
Die Ausgestaltung richtet sich nach Deponietyp, Standortbedingungen und den zu beobachtenden Risiken. Üblich sind periodische Probenahmen, Pegelmessungen, Gasmessungen, Sichtkontrollen und die Auswertung von Messreihen über definierte Zeiträume. Entscheidend ist nicht nur die einzelne Messung, sondern die Vergleichbarkeit der Daten, damit Trends, Abweichungen und Veränderungen im System früh erkennbar werden.
Abgrenzung zu Bodenuntersuchungen, Probenahmen und Altlastenabklärungen
Innerhalb der Bodenuntersuchungen bezeichnet Deponiemonitoring keine einzelne Probe und keine isolierte Messkampagne, sondern ein übergeordnetes Überwachungsprogramm für eine konkrete Deponie. Es grenzt sich damit von Probenahmen, Wasserproben oder Sickerwasseruntersuchungen ab, die einzelne Arbeitsschritte oder Teiluntersuchungen darstellen. Gegenüber Altlastenuntersuchungen ist Deponiemonitoring stärker auf die laufende oder nachsorgende Beobachtung einer bestehenden oder stillgelegten Deponie ausgerichtet, nicht auf die einmalige Erstabklärung eines Verdachtsfalls.