Was bei Probenahmen erfasst wird
Bei Probenahmen wird Bodenmaterial an festgelegten Punkten oder über definierte Flächen entnommen, beschriftet und für die weitere Untersuchung gesichert. Je nach Fragestellung werden Oberboden, Unterboden, Auffüllungen oder bestimmte Schichten beprobt. Zur Leistung gehören in der Regel auch die Festlegung der Entnahmetiefe, die Vermeidung von Vermischungen sowie die Protokollierung von Ort, Zeitpunkt, Materialbeschreibung und Auffälligkeiten vor Ort.
Typische Anlässe für Probenahmen im Bodenbereich
Probenahmen werden durchgeführt, wenn der Zustand eines Standorts abgeklärt werden muss. Das betrifft etwa Verdachtsflächen mit möglicher Belastung, Aushubmaterial vor Verwertung oder Entsorgung, Abklärungen im Vorfeld von Bauvorhaben oder die Nachkontrolle bereits untersuchter Areale. Auch bei der Beurteilung landwirtschaftlich genutzter Böden oder bei standortbezogenen Umweltabklärungen sind gezielte Entnahmen erforderlich.
Entnahmestrategien und Probenarten
Je nach Untersuchungsziel kommen unterschiedliche Entnahmestrategien zum Einsatz. Üblich sind Einzelproben für punktuelle Beurteilungen sowie Mischproben, wenn ein grösserer Bereich zusammenfassend untersucht werden soll. Bei heterogenen Standorten werden oft mehrere Tiefenstufen oder getrennte Proben pro Schicht gewählt. Die konkrete Vorgehensweise richtet sich danach, ob Schadstoffverteilungen, natürliche Bodenverhältnisse oder materialbezogene Eigenschaften erfasst werden sollen.
Abgrenzung zu Bodenproben, Bohrkernen und Altlastenuntersuchungen
Probenahmen bezeichnen den Vorgang der fachgerechten Entnahme und Dokumentation. Bodenproben sind das dabei gewonnene Material. Bohrkerne entstehen aus Bohrungen und liefern zusätzlich Informationen zum Schichtaufbau, während Baugrundsondierungen vor allem geotechnische Fragestellungen behandeln. Altlastenuntersuchungen und Voruntersuchungen sind breiter angelegte Abklärungen, in denen Probenahmen ein einzelner Arbeitsschritt sein können. Von Grundwasser-, Sickerwasser- oder Wasserproben unterscheiden sich Bodenprobenahmen durch Medium, Methodik und Auswertung.