Was bei Sickerwasseruntersuchungen geprüft wird
Im Mittelpunkt steht die chemische und teilweise auch die physikalische Beschaffenheit des austretenden oder aufgefangenen Sickerwassers. Je nach Fragestellung werden allgemeine Wasserparameter sowie standortspezifische Stoffgruppen untersucht, etwa gelöste Salze, Metalle oder organische Belastungen. Die Ergebnisse zeigen, ob Materialien oder Ablagerungen Stoffe an das Wasser abgeben und ob daraus ein Eintrag in Boden oder Gewässer entstehen kann.
Typische Anlaesse und Untersuchungsorte
Sickerwasseruntersuchungen werden vor allem an Deponien, belasteten Standorten, Auffuellungen, Lagerplaetzen fuer Materialien sowie bei Abdichtungs- und Entwaesserungssystemen relevant. Sie dienen der Beurteilung von bestehenden Belastungen, der Kontrolle technischer Sicherungsmassnahmen oder der Beobachtung von Veraenderungen ueber die Zeit. Auch bei Verdacht auf Auswaschungen aus eingebauten oder abgelagerten Stoffen kann die Untersuchung Teil der Standortabklaerung sein.
Probenahme, Analytik und Auswertung
Die Untersuchung beginnt mit der Frage, wo Sickerwasser entsteht, gesammelt wird oder austritt. Darauf abgestimmt werden Probenahmestellen, Zeitpunkte und Untersuchungsparameter festgelegt, etwa bei trockenen oder niederschlagsreichen Phasen. Nach der Probenahme folgt die Laboranalytik; die Auswertung ordnet die Ergebnisse dem Standort, den vorhandenen Materialien und den moeglichen Fliesswegen zu. Bei komplexen Situationen werden Messreihen ueber mehrere Zeitpunkte sinnvoll, um saisonale oder ereignisbedingte Schwankungen zu erkennen.
Abgrenzung zu Grundwasseruntersuchungen und Deponiemonitoring
Sickerwasseruntersuchungen beziehen sich auf Wasser, das im Entstehungs- oder Austragsbereich von belasteten Materialien steht. Grundwasseruntersuchungen betrachten dagegen das bereits im Untergrund vorhandene Wasser und dessen Zustand im Aquifer. Gegenueber allgemeinen Wasserproben ist die Leistung standortbezogen und auf den Stoffaustrag aus Boden, Auffuellungen oder Ablagerungen ausgerichtet. Im Unterschied zum Deponiemonitoring bildet sie nicht zwingend ein vollstaendiges Ueberwachungsprogramm, sondern kann auch als einzelne fachliche Teiluntersuchung innerhalb von Bodenuntersuchungen erfolgen.