Wie Wärme aus Gewerbekühlung zurückgewonnen wird
Gewerbliche Kälteanlagen entziehen Kühlräumen, Waren oder Prozessen Wärme und geben diese an anderer Stelle wieder ab. Die Wärmerückgewinnung greift diese Energie vor der eigentlichen Abgabe an die Umgebung ab und führt sie über geeignete Wärmeübertrager einer weiteren Nutzung zu. Relevant ist dabei vor allem die Kondensationswärme des Kältesystems. Ob und in welchem Umfang die Wärme genutzt werden kann, hängt vom Betriebsprofil der Kälteanlage sowie vom zeitlichen und temperaturmässigen Bedarf auf der Verbraucherseite ab.
Typische Einsatzorte mit gleichzeitiger Kälte- und Wärmenachfrage
Besonders naheliegend ist diese Form der Wärmerückgewinnung dort, wo über längere Zeit gekühlt und parallel Wärme benötigt wird. Dazu gehören etwa Detailhandel mit Kühlmöbeln, Gastronomie mit Kühl- und Tiefkühlbereichen, gewerbliche Lebensmittelverarbeitung, Lager mit Kältezonen oder weitere Betriebe mit konstanter Gewerbekühlung. Die zurückgewonnene Wärme kann beispielsweise zur Raumheizung, zur Vorwärmung von Brauchwasser oder zur Unterstützung interner Prozesse eingesetzt werden. Die Eignung steigt, wenn Kältelast und Wärmebedarf zeitlich möglichst gut zusammenfallen.
Technische Ausprägungen und Einbindung in die Gebäudetechnik
Die Nutzung kann direkt innerhalb des Kältesystems oder über eine Anbindung an das Heiznetz des Gebäudes erfolgen. In Frage kommen Lösungen zur Brauchwarmwasser-Vorerwärmung, zur Heizungsunterstützung oder zur Versorgung einzelner Verbraucher mit konstanter Grundlast. In Bestandsanlagen steht häufig die Nachrüstung im Vordergrund, während bei Neubauten die Schnittstellen zwischen Kälte, Heizung und Regelung von Anfang an geplant werden können. Für die Auslegung sind unter anderem Temperaturniveau, Betriebszeiten, Speichermöglichkeiten und die Priorisierung zwischen Kühlfunktion und Wärmenutzung relevant.
Abgrenzung innerhalb der Wärmerückgewinnung
Innerhalb der Wärmerückgewinnung unterscheidet sich diese Leistung klar von der Nutzung aus Abwasser oder aus der Luft. Bei Gewerbekühlung stammt die Wärme aus einem aktiven Kälteprozess und fällt an der Anlagentechnik selbst an. Bei Abwasser ist die Quelle an Schmutz- oder Prozesswasserströme gebunden, bei Luft an Abluft oder Fortluft aus Lüftungs- und Prozesssystemen. Die Wärmerückgewinnung aus Gewerbekühlung ist deshalb vor allem dort sinnvoll, wo eine betriebliche Kälteanlage ohnehin dauerhaft oder regelmässig in Betrieb ist.