Welche Informationen Infrarot-Spektrometer liefern
Die Messung basiert auf den Schwingungen chemischer Bindungen im Molekül. Dadurch entstehen Spektren, die Rückschlüsse auf funktionelle Gruppen und auf die Identität einer Substanz erlauben. Infrarot-Spektrometer werden sowohl für qualitative Aussagen, etwa zur Stoffidentifikation, als auch für quantitative Auswertungen verwendet, sofern Messmethode, Probe und Auswertung dafür geeignet sind. Das Verfahren eignet sich für viele organische und anorganische Proben, mit methodischen Grenzen je nach Matrix und Konzentrationsbereich.
Einsatz in Labor, Produktion und Umweltanalytik
Typische Anwendungen liegen in der Untersuchung von Gasen, Flüssigkeiten, Pulvern, Polymeren, Beschichtungen und Rückständen. In Laboratorien dienen Infrarot-Spektrometer unter anderem der Eingangsprüfung von Rohstoffen, der Identifikation unbekannter Stoffe und der Kontrolle von Reaktionsprodukten. In der Prozessanalytik werden sie zur Überwachung von Zusammensetzungen und Veränderungen im laufenden Betrieb genutzt. In der Umwelt- und Emissionsanalytik kommen sie je nach Messaufgabe für die Erfassung bestimmter gasförmiger Komponenten oder Materialbestandteile zum Einsatz.
Spektralbereiche und Messverfahren
Infrarot-Spektrometer unterscheiden sich unter anderem nach dem genutzten Spektralbereich, etwa nahes, mittleres oder fernes Infrarot. Zusätzlich variiert die Messanordnung: gebräuchlich sind Transmission, Reflexion und ATR-Messungen, je nach Probenzustand und gewünschter Information. Für feste Proben, dünne Schichten oder Oberflächen sind andere Konfigurationen sinnvoll als für Gase oder klare Flüssigkeiten. Auch die Probenvorbereitung reicht von direkter Messung bis zu aufwendigeren Aufbereitungen, abhängig von Material, Matrix und Genauigkeitsanforderung.
Abgrenzung innerhalb der chemischen Analysen
Innerhalb der Leistung Chemische Analysen gehören Infrarot-Spektrometer zu den Verfahren, die molekulare Strukturen über Schwingungsinformationen erfassen. Sie unterscheiden sich damit von UV-Vis-Spektrometern, die vor allem elektronische Übergänge messen, sowie von Atomabsorptions- oder Plasma-Spektrometern, die auf Elementanalytik ausgerichtet sind. Gegenüber Röntgenfluoreszenz-Geräten liegt der Schwerpunkt nicht auf der Bestimmung von Elementen, sondern auf der Untersuchung chemischer Bindungen und Verbindungen. Die Leistung umfasst das analytische Gerät selbst; getrennt davon sind andere Messsysteme mit anderer physikalischer Grundlage oder anderem Anwendungsfokus einzuordnen.