Funktionsprinzip rotierender Analysesysteme
Bei Zentrifuganalysatoren befinden sich Probe, Reagenzien und Reaktionsgefässe in einem rotierenden System. Die Zentrifugalkraft verteilt kleine Volumina auf definierte Messpositionen und unterstützt das Mischen der Ansätze. Dadurch lassen sich viele Einzelreaktionen mit einheitlichen Zeitabläufen und reproduzierbaren Bedingungen bearbeiten. Die Auswertung erfolgt je nach Gerät über ein integriertes Messsystem, häufig optisch.
Einsatz bei Wasser-, Abwasser- und Prozessproben
In der Energie- und Umweltbranche werden Zentrifuganalysatoren vor allem für flüssige Proben mit wiederkehrenden Parametern eingesetzt. Dazu gehören etwa Wasser-, Abwasser-, Kühlwasser- oder andere Prozessproben, bei denen nasschemische Reaktionen in Serien gemessen werden. Geeignet sind sie besonders dort, wo viele Proben nach demselben Methodenprogramm anfallen. Für stark partikelhaltige, viskose oder inhomogene Proben ist häufig eine vorgängige Aufbereitung erforderlich.
Gerätevarianten und methodische Ausprägungen
Unterschiede bestehen unter anderem in der Anzahl gleichzeitig bearbeitbarer Positionen, im Automatisierungsgrad und in der Art der Reagenzführung. Je nach System kommen offene Methoden mit frei wählbaren Reagenzien oder vordefinierte Testsysteme zum Einsatz. Ebenfalls relevant sind Temperaturführung, Kalibration, Probenidentifikation und die Einbindung in Laborabläufe. Die konkrete Eignung hängt deshalb nicht nur vom Gerät, sondern auch von der vorgesehenen Analysenmethode ab.
Abgrenzung innerhalb der chemischen Analysen
Zentrifuganalysatoren sind innerhalb der chemischen Analysen auf automatisierte, reagenzbasierte Serienmessungen ausgerichtet. Im Unterschied zu UV-Vis-, Infrarot- oder Plasma-Spektrometern steht nicht die freie instrumentelle Einzelmessung oder element- beziehungsweise spektrenspezifische Analyse im Vordergrund. Gegenüber der Ionenchromatographie oder Systemen mit GC- und HPLC-Säulen erfolgt keine chromatographische Trennung der Probenbestandteile. Von ionensensitiven Elektroden, Flammenphotometern oder Elektrophorese-Systemen unterscheiden sie sich durch den integrierten Ablauf vieler paralleler Reaktionsansätze in einem rotierenden Analysesystem.