Was Leitfähigkeitsmessgeräte erfassen
Gemessen wird, wie gut ein flüssiges Medium elektrischen Strom leitet. Die Leitfähigkeit hängt wesentlich von Art und Menge der gelösten Ionen ab und wird meist in µS/cm oder mS/cm angegeben. Da sich der Messwert mit der Temperatur verändert, arbeiten viele Geräte mit Temperaturerfassung und einer temperaturbezogenen Anzeige. Die Aussagekraft der Messung hängt zudem von der passenden Messzelle und einer korrekten Kalibrierung ab.
Typische Einsatzfelder in Wasser- und Prozessmedien
Leitfähigkeitsmessgeräte werden unter anderem bei Reinst- und Trinkwasser, in Kühl- und Kesselwasserkreisläufen, bei Abwasser sowie in chemischen oder galvanischen Bädern verwendet. Sie helfen dabei, Veränderungen in der Wasserbeschaffenheit, das Eindringen von Salzen oder den Zustand von Prozesslösungen zu erkennen. In Umweltanwendungen dienen sie zur Beurteilung von Oberflächenwasser, Grundwasser oder Proben aus technischen Anlagen. In laufenden Prozessen ermöglichen sie eine kontinuierliche Überwachung statt einzelner Stichproben.
Gerätearten und Messprinzipien
Je nach Einsatz kommen tragbare Handmessgeräte, Laborgeräte oder fest installierte Inline-Systeme zum Einsatz. Für viele Anwendungen werden kontaktierende Messzellen verwendet; bei anspruchsvollen Medien oder höheren Leitfähigkeiten können auch induktive Messverfahren sinnvoll sein. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Messbereich, Medium, Einbausituation, Reinigungsaufwand und gewünschter Dokumentation. Bei stationären Lösungen werden Leitfähigkeitsmessgeräte oft in übergeordnete Mess-, Regel- oder Überwachungssysteme eingebunden.
Einordnung innerhalb physikalischer Messungen
In der Hierarchie der physikalischen Messungen erfassen Leitfähigkeitsmessgeräte eine elektrische Eigenschaft eines Mediums. Sie unterscheiden sich damit klar von Dichtemessgeräten, die die Massendichte bestimmen, von Druckmessgeräten, die Druckverhältnisse erfassen, und von Durchflussmessern, die Mengenströme messen. Auch zur Leckdetektion oder zu Leuchtschaltbildern besteht ein anderer Anwendungsbezug. Leitfähigkeit liefert Hinweise auf die Zusammensetzung einer Flüssigkeit, ersetzt jedoch keine umfassende chemische Analyse.