Wie Linienschreiber und Punktschreiber Messverläufe erfassen
Beide Gerätetypen gehören zu den schreibenden Anzeige- und Registriergeräten. Ein Linienschreiber bildet den zeitlichen Verlauf eines Messsignals als durchgehende Kurve ab. Ein Punktschreiber setzt nacheinander einzelne Messpunkte auf das Diagramm; diese Schreibart wird häufig genutzt, wenn mehrere Messstellen abwechselnd aufgezeichnet werden. Die Darstellung macht Trends, Schwankungen, Grenzwertüberschreitungen und zeitliche Zusammenhänge direkt auf dem Aufzeichnungsmedium sichtbar.
Einsatzbereiche in Energie-, Umwelt- und Versorgungsanlagen
Typische Anwendungen liegen dort, wo Messwerte nicht nur angezeigt, sondern nachvollziehbar dokumentiert werden sollen. Dazu gehören etwa Temperatur-, Druck-, Durchfluss-, Füllstands- oder Feuchtemessungen in Versorgungsanlagen, Wasser- und Abwassertechnik, Energieerzeugung sowie in technischen Infrastrukturen mit laufender Betriebsüberwachung. Die Geräte werden auch eingesetzt, wenn eine lokale, unmittelbar lesbare Aufzeichnung unabhängig von einer umfangreichen Prozessvisualisierung benötigt wird.
Ausführungen nach Schreibart, Kanalzahl und Aufzeichnungsmedium
Unterschieden wird vor allem nach der Art der Darstellung als Linie oder Punktfolge. Je nach Ausführung erfassen die Geräte einen oder mehrere Messkanäle und sind auf unterschiedliche Messsignale ausgelegt. Relevant sind zudem Format und Dauer der Aufzeichnung, etwa bei kontinuierlich laufenden Diagrammen oder zeitlich begrenzten Registrierungen. Bei der Auswahl zählen deshalb nicht nur die Messgrösse, sondern auch Ablesbarkeit, Dokumentationszweck und die gewünschte zeitliche Auflösung.
Abgrenzung zu Registriergeräten, Laborschreibern und Prozessvisualisierung
Linienschreiber und Punktschreiber sind innerhalb der Registriertechnik auf die grafische Zeitaufzeichnung von Messwerten spezialisiert. Der Begriff Registriergeräte ist weiter gefasst und kann auch andere Aufzeichnungsformen umfassen. Von Laborschreibern unterscheiden sie sich durch den typischen Einsatz im Anlagen- und Infrastrukturbetrieb statt im experimentellen oder analytischen Laborumfeld. Gegenüber Prozessvisualisierung, Fernwirksystemen oder SPS-Steuerungen liegt der Fokus nicht auf Bedienung, Logik oder Fernübertragung, sondern auf der direkt lesbaren Verlaufsschrift.