Was unter Prozessvisualisierung verstanden wird
Prozessvisualisierung fasst Prozessdaten aus Sensorik, Steuerungen und angeschlossenen Systemen in grafischen Ansichten zusammen. Typisch sind Anlagenbilder mit Zustandsanzeigen, Messwertfeldern, Trenddarstellungen, Alarm- und Ereignislisten sowie Übersichten zu Betriebsarten oder Freigaben. Je nach Auslegung dient die Visualisierung nur der Beobachtung oder auch der Bedienung einzelner Funktionen, etwa dem Quittieren von Meldungen oder dem Umschalten definierter Betriebszustände.
Einsatz in Energie-, Wasser- und Umweltanlagen
Verwendet wird Prozessvisualisierung überall dort, wo technische Abläufe laufend überwacht werden müssen. Dazu zählen Pumpwerke, Kläranlagen, Wasserreservoire, Druckerhöhungsanlagen, Energiezentralen, Fernwärme- oder Kälteanlagen sowie Infrastrukturen mit verteilten Stationen. In solchen Umgebungen hilft die Visualisierung, Zustände rasch zu erfassen, Störungen einzuordnen und Prozessverläufe über Zeiträume hinweg nachzuvollziehen.
Typische Inhalte und Darstellungsformen
Eine Prozessvisualisierung kann einfache Einzelbilder für Maschinen oder Aggregate ebenso umfassen wie hierarchische Anlagenübersichten mit mehreren Detailebenen. Häufig enthalten sind Fliessbilder, Messwerttrends, Grenzwertmeldungen, Schaltzustände, Betriebsstundenzähler, Alarmhistorien und Protokolle zu Benutzeraktionen. Je nach System werden auch Berichte, Archivdaten oder Auswertungen eingebunden, sofern diese für den Anlagenbetrieb relevant sind.
Abgrenzung zu SPS, Fernwirksystemen und Prozessleittechnik
Prozessvisualisierung ist nicht gleichbedeutend mit der eigentlichen Steuerung. SPS-Steuerungen und andere Regelanlagen führen die Logik, Verriegelungen und Abläufe aus, während die Visualisierung diese Zustände sichtbar macht und gegebenenfalls definierte Bedienhandlungen ermöglicht. Gegenüber Fernwirksystemen liegt der Schwerpunkt nicht auf der Datenübertragung zwischen entfernten Stationen, sondern auf der Darstellung und Bedienoberfläche. Von Prozessleittechnik unterscheidet sich Prozessvisualisierung dadurch, dass sie die visuelle und operative Ebene beschreibt, während Leittechnik den übergeordneten Systemverbund mit Funktionen für Führung, Koordination und Einbindung mehrerer Teilanlagen umfassen kann.