Wie Fräsen bei Kunststoffen ausgeführt wird
Beim Fräsen wird Material schrittweise abgetragen, während das Werkstück fixiert bleibt und das Werkzeug entlang definierter Bahnen geführt wird. In CNC-Prozessen lassen sich Masse, Konturen und wiederkehrende Geometrien reproduzierbar herstellen. Bei Kunststoffen hängt die Bearbeitung stark von Härte, Zähigkeit, Wärmeempfindlichkeit und Spanverhalten des jeweiligen Werkstoffs ab. Diese Eigenschaften beeinflussen unter anderem Schnittführung, Oberflächenbild und Gratbildung.
Typische Werkstücke aus gefrästem Kunststoff
Gefräst werden unter anderem Gehäuseteile, Abdeckungen, Distanzstücke, Isolierteile, Halterungen, Plattenzuschnitte mit Kontur sowie technische Funktionsteile. Das Verfahren eignet sich für Prototypen, Einzelteile und Serien, wenn aus Plattenmaterial, Blockmaterial oder vorbearbeiteten Rohlingen definierte Geometrien entstehen sollen. Häufig gefragt sind bearbeitete Kanten, Aussparungen, Passflächen und montagegerechte Bearbeitungen.
Fräsaufgaben nach Geometrie und Bearbeitungsgrad
Zum Fräsen zählen einfache 2D-Konturen ebenso wie Taschen, Nuten, Absatzflächen und räumlich komplexere Formen. Je nach Bauteil kann zwischen Schruppbearbeitung zum Materialabtrag und Schlichtbearbeitung für die Endkontur unterschieden werden. Innerhalb der CNC-Bearbeitung sind auch 3-achsige und 5-achsige Fräsprozesse oder Hochgeschwindigkeitsfräsen mögliche Ausprägungen, wenn Geometrie, Oberflächenanforderung oder Zugänglichkeit dies erfordern. Die allgemeine Leistung "Fräsen" beschreibt dabei das Verfahren selbst, nicht eine bestimmte Maschinenkinematik.
Abgrenzung zu Bohren, Drehen, Sägen und Schleifen
Fräsen unterscheidet sich von Bohren dadurch, dass nicht nur einzelne runde Bohrungen erzeugt, sondern auch freie Konturen und Flächen bearbeitet werden. Gegenüber Drehen rotiert beim Fräsen in der Regel das Werkzeug und nicht das Werkstück als Hauptbewegung. Sägen dient vor allem dem Trennen oder Zuschneiden, während Schleifen eher für Feinbearbeitung oder Oberflächenkorrekturen eingesetzt wird. 3D-Bearbeitungen überschneiden sich teilweise mit dem Fräsen, bezeichnen aber stärker die räumliche Komplexität des Bauteils als das Grundverfahren selbst.