Was beim Schleifen von Kunststoff bearbeitet wird
Schleifen ist ein spanabhebendes Feinbearbeitungsverfahren mit gebundenen oder ungebundenen Schleifmitteln. Bearbeitet werden vor allem Flächen, Kanten und Funktionsbereiche, bei denen geringe Unebenheiten, Werkzeugspuren oder kleine Uebermasse entfernt werden sollen. Bei Kunststoff muss der Materialabtrag auf Werkstoff, Druck und Waermeentwicklung abgestimmt sein, da viele Kunststoffe empfindlich auf Reibung und lokale Erwaermung reagieren.
Typische Einsatzfaelle bei Kunststoffteilen
Geschliffen werden beispielsweise Auflageflaechen, Passflaechen, Deckflaechen und plan zu haltende Platten oder Zuschnitte. Das Verfahren wird auch eingesetzt, um gesaegte oder gefraeste Flaechen nachzuarbeiten, Kanten zu verfeinern oder Oberflaechen fuer nachfolgende Schritte vorzubereiten. Dazu gehoeren etwa das Fugen, Montieren, Kleben oder das Erreichen eines definierten Oberflaechenzustands bei technischen Bauteilen.
Ausfuehrungen und Teilbereiche des Schleifens
Je nach Geometrie und Zielsetzung kommen unterschiedliche Schleifbilder und Abstufungen zum Einsatz, von grober Vorbearbeitung bis zur feinen Endbearbeitung. Im hierarchischen Zusammenhang ist insbesondere das Flachschleifen relevant, wenn ebene Kunststoffflaechen mit gleichmaessigem Materialabtrag bearbeitet werden sollen. Der konkrete Aufbau des Verfahrens richtet sich nach Werkstoff, Flaechenanforderung und der geforderten Reproduzierbarkeit.
Abgrenzung zu Fraesen, Drehen, Bohren und Saegen
Im Unterschied zu Fraesen oder Drehen steht beim Schleifen meist nicht die Formgebung des Bauteils im Vordergrund, sondern die gezielte Nachbearbeitung bereits erzeugter Geometrien. Bohren und Saegen erzeugen Oeffnungen oder Trennschnitte, waehrend Schleifen Flaechenqualitaet, Ebenheit und kleine Masskorrekturen adressiert. Gegenueber 3D-Bearbeitungen ist Schleifen weniger auf komplexe Freiformen ausgelegt und eher auf definierte Kontakt-, Sicht- oder Funktionsflaechen konzentriert.