Was Modellharze innerhalb der UP-Harze auszeichnet
Modellharze gehören zur Gruppe der ungesättigten Polyesterharze, werden jedoch für Anwendungen im Modell- und Formenaufbau spezifisch formuliert. Relevant sind dabei unter anderem Viskosität, Aushärtungsverhalten, Bearbeitbarkeit und die erzielbare Oberflächenqualität. Je nach System kann der Fokus auf gutem Aufbau von Konturen, kontrollierter Härtung oder einer nachträglichen mechanischen Bearbeitung liegen.
Typische Anwendungen im Modell- und Formenbau
Eingesetzt werden Modellharze dort, wo geometrische Vorlagen, Formhilfen oder bearbeitbare Modellkörper hergestellt werden. Dazu zählen etwa Urmodelle, formgebende Hilfskörper, Prototypengeometrien oder andere Zwischenstufen im Werkzeug- und Formenbau. Die Anforderungen ergeben sich aus der gewünschten Formgenauigkeit, dem Oberflächenbild und dem weiteren Bearbeitungsschritt nach der Aushärtung.
Formulierungen und verarbeitungsbezogene Eigenschaften
Modellharze sind in unterschiedlichen Formulierungen verfügbar, etwa mit angepasster Reaktivität, veränderter Konsistenz oder mit Füllstoffen zur Beeinflussung von Dichte, Schleifbarkeit oder Standfestigkeit. Für die Auswahl sind die geplante Schichtdicke, das Applikationsverfahren und die spätere Nachbearbeitung massgebend. Ob ein System gegossen, gespachtelt, aufgebaut oder spanend bearbeitet werden soll, beeinflusst die geeignete Harztype deutlich.
Abgrenzung zu anderen UP-Harzen
Modellharze sind von Giessharzen und Laminierharzen abzugrenzen, auch wenn sich die Werkstoffbasis überschneiden kann. Giessharze sind stärker auf das Vergiessen von Volumen ausgelegt, Laminierharze auf die Tränkung von Verstärkungen und den Schichtaufbau in Faserverbunden. Kitte dienen vorwiegend dem Ausgleichen, Füllen oder Nacharbeiten. Pressmassen wie SMC oder formlose Pressmassen sind verarbeitungsseitig anders angelegt und gehören nicht zum typischen Einsatzfeld von Modellharzen.