Was unter Schaumstoff als Plattenmaterial verstanden wird
Gemeint sind geschäumte Kunststoffe mit einer zelligen Struktur, die in plattenförmiger Form geliefert oder weiterverarbeitet werden. Im Unterschied zu kompakten Kunststoffplatten besteht das Material zu einem wesentlichen Teil aus eingeschlossenen Gasräumen. Dadurch ergeben sich geringes Gewicht, Dämpfung, thermische Trennung oder Volumenausgleich, je nach Ausführung. Innerhalb der Hierarchie "Platten aus:" steht Schaumstoff somit für funktionale Leichtbau- und Dämpfungsmaterialien, nicht für massive Halbzeuge.
Typische Einsatzbereiche von Schaumstoffplatten
Schaumstoffplatten werden dort eingesetzt, wo Flächenmaterial nicht in erster Linie Last tragen, sondern schützen, ausgleichen oder isolieren soll. Typische Anwendungen sind Verpackungseinlagen, Polster- und Dämpfungselemente, technische Zwischenlagen, Abdichtungen, Schutzauflagen sowie Wärme- oder Schalldämmaufgaben. In der industriellen Verarbeitung kommen sie auch als Distanzmaterial, Auskleidung oder als Basis für konfektionierte Zuschnitte vor.
Relevante Ausprägungen bei Schaumstoff
Für die Auswahl sind vor allem offene oder geschlossene Zellstruktur, weiche oder starre Einstellung sowie die Oberflächen- und Weiterverarbeitungseigenschaften relevant. Offenzellige Schäume sind meist luftdurchlässiger und kompressibler, geschlossenzellige Varianten tendenziell dichter gegenüber Feuchtigkeit und druckstabiler. Zusätzlich unterscheiden sich Schaumstoffplatten in Rückstellverhalten, Dickenbereich, Kaschierung, Selbstklebung oder Eignung für Stanzen, Schneiden, Fräsen und Wasserstrahlzuschnitt.
Abgrenzung zu Gummi, Thermoplasten und Schichtstoffen
Schaumstoff unterscheidet sich von Gummi vor allem durch die zellige Struktur und das deutlich geringere Gewicht. Gegenüber reinen Thermoplasten oder thermoplastischen Platten mit Verstärkungseinlagen steht nicht die hohe Formstabilität oder konstruktive Festigkeit im Vordergrund, sondern Dämpfung, Isolation oder Kompressibilität. Duroplasten in Form von Schichtstoffen werden typischerweise gewählt, wenn starre, belastbare und masshaltige Platten gefragt sind. Kohlefaserbasierte Platten gehören in einen ganz anderen Bereich, da sie für strukturelle Steifigkeit und nicht für nachgiebige Flächenfunktionen eingesetzt werden.