Was bei Rindvieh unter Fellen und Leder erfasst wird
Zur Kategorie gehören Rinderhäute, die als Fell, Rohhaut oder gegerbtes Leder gehandelt oder weiterverarbeitet werden. Der Begriff Fell wird meist für Häute mit erhaltenem Haar verwendet, während Leder ein durch Gerbung dauerhaft aufbereitetes Material bezeichnet. Zwischen diesen Stufen liegen Konservierung, Sortierung und weitere Bearbeitungsschritte. Entscheidend ist deshalb nicht nur das Tier, sondern auch der jeweilige Verarbeitungsgrad des Materials.
Typische Verwendungen von Rinderhäuten und Leder
Rinderleder wird in verschiedenen Branchen als belastbares Naturmaterial eingesetzt, etwa für Möbelbezüge, Schuhe, Taschen, Gurte oder technische Anwendungen. Felle mit Haar werden eher für dekorative oder spezielle handwerkliche Zwecke genutzt. Welche Verwendung möglich ist, hängt unter anderem von Grösse, Oberflächenbeschaffenheit und Verarbeitung der Haut ab. Nicht jede Haut eignet sich für denselben Endzweck.
Verarbeitungsstufen von der Rohhaut bis zum Lederprodukt
Am Anfang steht die frische Rinderhaut, die für Transport und Lagerung in der Regel konserviert oder rasch weitergegeben wird. Danach folgen je nach Zielprodukt Reinigung, Enthaarung, Gerbung, Trocknung und Zurichtung. Aus derselben Ausgangshaut können dadurch sehr unterschiedliche Materialien entstehen, von einfachen Zwischenprodukten bis zu veredeltem Leder. Für die Einordnung im Handel ist deshalb relevant, ob ein Rohmaterial, ein Halbfabrikat oder ein gebrauchsfertiges Lederprodukt vorliegt.
Abgrenzung zu Milch und Rindfleisch innerhalb der Produktkategorie
Felle und Leder unterscheiden sich von Milch und Rindfleisch durch ihren nicht lebensmittelbezogenen Verwendungszweck. Milch ist ein laufend erzeugtes Primärprodukt, Rindfleisch ein Lebensmittel aus der Fleischverarbeitung, während Häute als Material in nachgelagerte Verarbeitungsstufen übergehen. Innerhalb der Hierarchie gehören Felle und Leder damit zur Produktseite des Rindviehs, aber nicht zur Lebensmittelvermarktung. Fachlich näher stehen sie der Rohstoff- und Materialverwertung als der Nahrungsmittelproduktion.