Milch als Produkt aus der Rindviehhaltung
Innerhalb der Hierarchie Rindvieh > Produkte umfasst Milch die auf dem Betrieb gewonnene Kuhmilch als landwirtschaftliches Erzeugnis. Gemeint ist in erster Linie Rohmilch, die nach dem Melken gesammelt, gekühlt und für die weitere Verwendung bereitgestellt wird. Der Produktcharakter ergibt sich hier nicht aus einer Verarbeitung, sondern aus der laufenden Erzeugung im Bestand während der Laktation.
Typische Verwendungswege von Milch
Milch aus Rindvieh gelangt je nach Betriebsstruktur an Molkereien, Käsereien oder andere Abnehmer der Lebensmittelverarbeitung. In einzelnen Fällen erfolgt eine betriebsnahe Vermarktung im zulässigen Rahmen direkt ab Hof. Für den landwirtschaftlichen Betrieb stehen dabei stabile Abläufe in Melkung, Zwischenlagerung und Übergabe im Vordergrund, da Milch regelmässig anfällt und zeitnah behandelt werden muss.
Unterschiede nach Nutzung und Beschaffenheit
Milch kann nach ihrem Verwendungsweg unterschieden werden, etwa für allgemeine Verarbeitung, für spezialisierte Weiterverarbeitung oder für direkte Abgabe. Auf Betriebsebene unterscheiden sich Milchmengen, Inhaltsstoffe wie Fett- und Eiweissanteile sowie die Zusammensetzung im Verlauf von Laktation, Fütterung und Tiergesundheit. Solche Merkmale beeinflussen die Einordnung der Rohmilch im nachgelagerten Absatz, ohne dass das Grundprodukt Milch seine Stellung als landwirtschaftliches Erzeugnis verliert.
Abgrenzung zu Rindfleisch sowie Fellen und Leder
Milch unterscheidet sich von Rindfleisch dadurch, dass sie wiederkehrend während der Nutzungsdauer des Tieres gewonnen wird und nicht an eine Schlachtung gebunden ist. Von Fellen und Leder grenzt sich Milch ebenfalls klar ab, da diese Neben- oder Folgeprodukte aus einem anderen Verwertungskontext sind. Innerhalb der Elternleistung Produkte steht Milch damit für ein eigenständiges Primärerzeugnis der Rindviehhaltung und nicht für verarbeitete Milchprodukte wie Käse oder Joghurt.