Was zur Schweinehaltung gehört
Schweinehaltung beschreibt die Organisation der Haltungsumgebung und der laufenden Tierbetreuung. Dazu zählen Stallaufbau oder Auslaufflächen, Boden- und Liegebereiche, Wasserzugang, Lüftung, Temperaturführung, Reinigung sowie die Beobachtung von Verhalten und Gesundheitszustand. In der Praxis ist die Haltung eng mit dem Tagesablauf im Betrieb verbunden, etwa beim Einstallen, Umstallen, Abferkeln, in der Ferkelaufzucht oder in der Mast.
Haltungsformen bei Schweinen
Zu den grundlegenden Ausprägungen gehören Stallhaltung und Freilandhaltung. In der Stallhaltung stehen bauliche Gestaltung, Klima- und Lüftungsführung sowie die Trennung von Funktionsbereichen im Vordergrund. In der Freilandhaltung kommen Fragen des Witterungsschutzes, der Bodennutzung, der Einzäunung und der Flächenorganisation hinzu. Unabhängig von der Grundform wird die Haltung meist nach Tiergruppen weiter differenziert, etwa für tragende Sauen, säugende Sauen, Ferkel oder Mastschweine.
Anforderungen nach Tiergruppe und Produktionsphase
Die Haltung von Sauen unterscheidet sich von jener in der Aufzucht und Mast. Bei Sauen sind Gruppenbildung, Abferkelbereiche und die Betreuung von Muttertier und Wurf relevant. In der Ferkelaufzucht stehen Schutz vor Auskühlung, angepasste Buchten und stabile Haltungsbedingungen im Vordergrund. Bei Mastschweinen geht es stärker um Gruppenhaltung, Flächennutzung, Ruhebereiche und ein Management, das Rangkämpfe und Stress möglichst reduziert.
Abgrenzung zu Fütterung, Zucht und Produkten
Die Leistung Haltung betrifft die Lebens- und Umweltbedingungen der Tiere sowie deren Betreuung im Betrieb. Fütterung behandelt dagegen Rationen, Futteraufnahme und Versorgungskonzepte. Zucht bezieht sich auf Genetik, Selektion und Reproduktionsplanung, während Produkte das Ergebnis der Tierproduktion betreffen. Innerhalb der Hierarchie unter Schweine ist Haltung damit der Bereich, in dem Unterbringung und Haltungsform konkret ausgestaltet werden.