Welche Stoffe und Eigenschaften untersucht werden
Untersucht werden je nach Fragestellung Grundwerkstoffe, Legierungsbestandteile, Beschichtungen, Oberflächenrückstände, Korrosionsprodukte, Prozessbäder, Kühlschmierstoffe oder andere betriebliche Medien. Im Vordergrund stehen die chemische Zusammensetzung, der Nachweis von Fremdstoffen sowie Veränderungen durch Nutzung, Bearbeitung oder Umwelteinfluss. Die Ergebnisse werden in Form von Laborwerten und fachlicher Einordnung dokumentiert.
Typische Einsatzfälle in Metallverarbeitung und Qualitätssicherung
Chemische Laboranalysen werden unter anderem bei Wareneingangskontrollen, der Prüfung von Legierungen, der Überwachung von Beschichtungs- und Beizprozessen sowie bei Reklamationen eingesetzt. Ebenfalls relevant sind sie bei unerwarteten Oberflächenreaktionen, Ablagerungen, Verfärbungen oder Korrosionserscheinungen. In der Produktion dienen sie dazu, Abweichungen zwischen Soll-Zustand und tatsächlicher Material- oder Medienzusammensetzung nachvollziehbar zu machen.
Probenarten und Umfang der Laborleistung
Je nach Auftrag werden feste Proben, Späne, Pulver, Rückstände, Flüssigkeiten oder abgelöste Schichten untersucht. Der Leistungsumfang kann die Probenahme, die Probenvorbereitung, die eigentliche Analyse sowie die Auswertung der Befunde umfassen. Wenn zusätzlich metallografische Präparationen oder spezielle Prüfkörperaufbereitungen nötig sind, kann dies als separate Leistung unter Materialproben-Aufbereitung eingeordnet werden.
Abgrenzung zu verwandten Prüf- und Messleistungen
Innerhalb von Analysieren, Messen und Prüfen ist Chemische Analytik und Labor auf stoffliche und chemische Fragestellungen ausgerichtet. Sie unterscheidet sich von Auftragsmessungen und Maschinenvermessungen, die geometrische oder physikalische Grössen erfassen, sowie von Computertomographie, die innere Strukturen bildgebend darstellt. Gegenüber zerstörungsfreien Werkstoffprüfungen liegt der Fokus nicht auf Fehlstellen oder Rissen, sondern auf der chemischen Beschaffenheit. Bei Schadenanalyse und Werkstoffanalyse kann die chemische Analytik ein Teilbefund sein, ersetzt aber nicht die vollständige Ursachenanalyse.