Kalibrierung mit dokumentierter Rückführbarkeit
SCS-Kalibrier-Labore vergleichen ein Messmittel mit Referenzen, deren Werte auf nationale oder internationale Normale zurückgeführt sind. Das Ergebnis wird in einem Kalibrierschein festgehalten, typischerweise mit Messwerten, Abweichungen und der zugehörigen Messunsicherheit. Kalibriert wird nur innerhalb des jeweiligen akkreditierten Umfangs des Labors. Eine Kalibrierung bestätigt nicht automatisch die Eignung für jeden Einsatzzweck, sondern liefert die messtechnische Grundlage für deren Beurteilung.
Typische Messmittel in der Metallbranche
Kalibriert werden je nach Labor und Umfang unterschiedliche Messgrössen, etwa im Bereich Länge, Winkel, Masse, Kraft, Druck, Temperatur oder elektrische Grössen. In metallverarbeitenden Betrieben betrifft dies unter anderem Handmessmittel, Einstell- und Vergleichsstandards, Prüfmittel aus der Wareneingangs- und Fertigungskontrolle sowie Labor- und Referenzgeräte. Relevant ist die Kalibrierung überall dort, wo Messergebnisse dokumentiert, verglichen oder gegenüber Kunden- und Qualitätsanforderungen nachvollziehbar gemacht werden müssen.
Ablauf, Ergebnis und Abgrenzung zur Justierung
Vor der Kalibrierung wird das Messmittel identifiziert und dem passenden Verfahren zugeordnet. Die eigentliche Kalibrierung erfolgt unter definierten Bedingungen und nach festgelegten Messpunkten. Das Ergebnis zeigt, wie stark das Gerät von Referenzwerten abweicht; falls vereinbart, kann davon getrennt eine Justierung oder Instandsetzung folgen. Kalibrierung, Justierung und Reparatur sind nicht dasselbe: Die Kalibrierung ermittelt und dokumentiert den Ist-Zustand, verändert das Messmittel aber nicht zwingend.
Abgrenzung zu Messdienstleistungen und Werkstoffprüfung
Innerhalb der Kategorie Analysieren, Messen und Prüfen ist das SCS-Kalibrier-Labor auf die messtechnische Absicherung von Messmitteln ausgerichtet. Im Unterschied zu Auftragsmessungen werden nicht Bauteile oder Geometrien im Kundenauftrag vermessen, sondern die dafür verwendeten Instrumente kalibriert. Gegenüber Werkstoffprüfungen, chemischer Analytik oder Schadenanalyse geht es nicht um Materialeigenschaften oder Fehlerursachen. Auch Maschinenvermessungen und Schwingungs- oder Schallschutzmessungen erfassen Zustände an Anlagen oder Objekten, während die Kalibrierung die Verlässlichkeit des Messmittels selbst nachweist.