Konturfräsen mit gekrümmtem Bahnverlauf
Beim Kurvenfräsen folgt das Werkzeug einer vorgegebenen gekrümmten Kontur im Werkstück oder an dessen Aussenkante. Die Bearbeitung kann als offene oder geschlossene Kurve ausgeführt sein und einzelne Radien, Übergänge oder komplexere Konturzüge enthalten. Grundlage sind in der Regel technische Zeichnungen, CAD-Daten oder vorhandene Musterteile. Entscheidend ist, dass der geforderte Verlauf der Kurve masshaltig und reproduzierbar in die Fräsbewegung umgesetzt wird.
Typische Werkstücke und Anwendungen
Kurvenfräsen wird für Bauteile eingesetzt, bei denen der Konturverlauf funktional vorgegeben ist. Dazu gehören beispielsweise Führungsteile, Kulissen, Konturplatten, Vorrichtungsbauteile, Nocken- oder Kurvenscheiben sowie Bauteile mit gerundeten Ausschnitten oder Formkonturen. Auch Ersatzteile mit vorhandener Kurvengeometrie lassen sich auf diesem Weg nacharbeiten oder neu herstellen. Je nach Aufgabe betrifft die Bearbeitung nur die Aussenform oder zusätzlich innere Konturen und Aussparungen.
Ausprägungen nach Konturart und Bearbeitungsziel
Unterschieden wird unter anderem zwischen Aussenkonturen und Innenkonturen, zwischen einfachen Radiusfolgen und variablen Kurvenzügen sowie zwischen grober Vorbearbeitung und konturgenauer Fertigbearbeitung. In vielen Fällen liegt die Kurve in einer Ebene, möglich sind aber auch Konturen mit mehreren Bearbeitungsebenen. Relevant ist zudem, ob die Kurve rein geometrisch ausgeführt wird oder eine mechanische Funktion erfüllt, etwa als Führungsbahn oder Bewegungsprofil. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Kantenverlauf, Übergänge und Oberflächenzustand.
Abgrenzung zu anderen Fräsarbeiten
Innerhalb der Fräsarbeiten ist Kurvenfräsen enger gefasst als allgemeines CNC-Formfräsen: Im Vordergrund steht der definierte Kurvenverlauf einer Kontur, nicht jede beliebige Formgeometrie. Gegenüber Freiformflächenfräsen bezieht sich Kurvenfräsen stärker auf Linien- und Profilverläufe als auf räumlich freie Flächen. Vom Kopierfräsen unterscheidet es sich dadurch, dass die Kontur nicht zwingend von einer Vorlage mechanisch abgenommen wird, sondern häufig direkt aus Zeichnungs- oder CAD-Daten erzeugt wird. Zu Langlochfräsen und Nutenfräsen besteht die Abgrenzung darin, dass dort lineare oder standardisierte Geometrien im Vordergrund stehen, nicht der individuelle Kurvenverlauf.