Kombination aus Schnittkontur und Biegeform
Stanzbiegeteile entstehen, wenn aus einem metallischen Halbzeug zunächst Konturen, Öffnungen, Aussparungen oder Laschen gestanzt und anschliessend einzelne Bereiche gezielt gebogen werden. Das Bauteil vereint damit flächige Geometrie und räumliche Form in einem Teil. Häufig erfolgen mehrere Arbeitsschritte im Folgeverbund, je nach Aufbau sind aber auch getrennte Prozessfolgen möglich. Für die technische Auslegung sind unter anderem Werkstoff, Materialdicke, Biegeradien und Rückfederung relevant.
Einsatz als Halter, Kontakt- und Funktionsteil
Typische Stanzbiegeteile dienen als Halteclips, Abschirmungen, Kontaktfedern, Träger, Rast- oder Befestigungselemente. Sie werden in Baugruppen eingesetzt, in denen definierte Konturen und eine kompakte dreidimensionale Form gleichzeitig benötigt werden. Dadurch lassen sich Montagefunktionen, elektrische Kontakte oder mechanische Führungen direkt im Bauteil abbilden. Besonders verbreitet sind solche Teile in Gerätebau, Elektrotechnik, Gehäusesystemen und technischen Serienprodukten.
Werkstoffe und Fertigungsvarianten bei Stanzbiegeteilen
Je nach Funktion kommen unlegierte Stähle, Edelstahl, Aluminium oder Kupferlegierungen in Frage. Die Werkstoffwahl richtet sich etwa nach Federverhalten, Leitfähigkeit, Korrosionsanforderungen oder Umformbarkeit. Stanzbiegeteile reichen von einfachen Geometrien mit wenigen Biegungen bis zu komplexen Teilen mit mehreren Umformstufen, Prägungen oder zusätzlichen Funktionselementen. In der Praxis werden sie aus Coilmaterial oder aus vorbereiteten Blechzuschnitten gefertigt und bei Bedarf nachgelagert weiterbearbeitet oder oberflächenbehandelt.
Abgrenzung zu Stanzteilen, Biegeteilen und Feinschnitt
Innerhalb der Bauteile nach Material und Verarbeitungstechnologie gehören Stanzbiegeteile zu den Teilen, bei denen Stanzen und Biegen zusammenwirken. Reine Stanzteile bleiben im Wesentlichen flach und erhalten ihre Funktion vor allem über die Schnittkontur. Reine Biegeteile entstehen dagegen primär durch Umformen eines bereits vorhandenen Zuschnitts und nicht zwingend durch eine kombinierte Stanzfolge. Von Feinschnitt-Stanzteilen unterscheiden sich Stanzbiegeteile dadurch, dass nicht die besonders saubere Schnittfläche im Vordergrund steht, sondern die Verbindung von Schnittgeometrie und räumlicher Umformung; Draht-Biegeteile basieren zudem auf Draht und nicht auf Blech oder Band.