Was unter metallischen Umformteilen verstanden wird
Bei Umformteilen wird die gewünschte Geometrie durch Krafteinwirkung erzeugt, ohne dass der Werkstoff in der Grundform abgetragen wird. Das unterscheidet sie von spanend hergestellten Teilen wie Drehteilen oder gefrästen Komponenten. Je nach Ausgangsmaterial und Prozess entstehen flächige, profilierte, hohle oder kompakte Bauteile, die anschliessend bei Bedarf weiterbearbeitet, gefügt oder oberflächenbehandelt werden.
Typische Einsatzfelder in Maschinenbau und Industrie
Umformteile werden dort eingesetzt, wo wiederkehrende Geometrien, materialgerechte Formgebung und reproduzierbare Stückzahlen gefragt sind. Typische Anwendungen reichen von Haltern, Gehäuseelementen und Verbindungskomponenten bis zu funktionalen Formteilen in Geräten, Maschinen, Fahrzeugbaugruppen oder Apparaten. Welche Ausführung geeignet ist, hängt unter anderem von Material, Wandstärke, Formkomplexität, Toleranzanforderung und nachgelagerten Montageschritten ab.
Verfahrensbezogene Ausprägungen von Umformteilen
Die Bezeichnung Umformteile umfasst verschiedene Fertigungsansätze. Dazu gehören unter anderem Umformprozesse an Blech und Band sowie Massivumformverfahren für kompaktere Bauteile. Innerhalb dieser Gruppe lassen sich Teile weiter nach ihrem Entstehungsprozess unterscheiden, etwa nach Biegen, Ziehen, Pressen, Prägen oder Schmieden. In der Praxis entstehen viele Bauteile als Kombination mehrerer Umformschritte und werden anschliessend kalibriert, beschnitten oder durch weitere Verfahren ergänzt.
Abgrenzung zu Biegeteilen, Tiefziehteilen und Schmiedeteilen
Im Unterschied zu spezifischen Geschwisterleistungen ist Umformteile eine übergeordnete Sammelbezeichnung. Biegeteile beschreiben Bauteile, deren Geometrie im Wesentlichen durch Biegeoperationen entsteht, Tiefziehteile verweisen auf die Herstellung von hohlen oder schalenförmigen Teilen aus Blech, und Schmiedeteile auf umgeformte Massivbauteile mit eigener prozesstechnischer Einordnung. Auch Stanzteile oder Feinschnitt-Stanzteile sind enger gefasst, weil dort der Trennvorgang im Vordergrund steht. Umformteile ordnet Bauteile somit breiter nach dem Formgebungsprinzip ein.