Was Giessharze bei Verbindungen und Baugruppen übernehmen
Giessharze umschliessen Bauteile oder Verbindungspunkte nach dem Einbringen in flüssiger oder pastöser Form und härten anschliessend aus. Dadurch entstehen ausgefüllte, geschützte oder fixierte Bereiche innerhalb einer Baugruppe. Im Unterschied zu rein mechanischen Verbindungselementen schaffen sie keine lösbare Verbindung, sondern einen Vergusskörper, der Bauteile lagert, Hohlräume schliesst und empfindliche Zonen gegenüber Feuchtigkeit, Schmutz, Medien oder Erschütterungen abschirmen kann.
Typische Anwendungen im Maschinen- und Metallbereich
Eingesetzt werden Giessharze unter anderem bei Gehäusen, Klemmbereichen, Steckverbindungen, Sensoren, Leitungsdurchführungen und anderen Baugruppen mit schutzbedürftigen Innenräumen. Sie kommen auch dort vor, wo Bauteile in Metallgehäusen positioniert oder dauerhaft eingebettet werden sollen. Relevant sind solche Anwendungen vor allem dann, wenn neben der eigentlichen Verbindung zusätzlich eine Abdichtung, eine Entlastung gegen Vibrationen oder ein definierter Verguss von Hohlräumen gefordert ist.
Harzsysteme, Verarbeitung und anwendungsbezogene Auswahl
Je nach Einsatzfall kommen unterschiedliche Harzsysteme in Frage, etwa Epoxid-, Polyurethan- oder Silikonharze. Sie unterscheiden sich unter anderem in Härte, Elastizität, Fliessverhalten, Aushärtung und Verträglichkeit mit den umgebenden Werkstoffen. Für die Auswahl sind deshalb Faktoren wie Spalt- und Hohlraumgeometrie, Temperaturbereich, Medienkontakt, Demontagebedarf und Verarbeitungszeit entscheidend. Ebenso relevant sind Mischverhältnis, Entlüftung und eine saubere Vorbereitung der zu vergiessenden Bereiche.
Abgrenzung zu Klebstoffen und anderen Verbindungselementen
Giessharze sind von Klebstoffen abzugrenzen, auch wenn beide Stoffgruppen auf Reaktionsharzen basieren können. Klebstoffe verbinden in erster Linie zwei Fügeflächen miteinander, während Giessharze vor allem Volumen ausfüllen, Bauteile umschliessen oder Verbindungspunkte schützen. Gegenüber Dübeln, Ankern, Schrauben oder Klemmen ersetzen Giessharze keine klassische mechanische Befestigung, sondern ergänzen sie dort, wo zusätzlich Verguss, Abdichtung oder Einbettung erforderlich sind. Von Fittings, Flanschen oder Verschraubungen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keine standardisierte lösbare Schnittstelle bilden.