Klebstoffe als stoffschlüssige Verbindung
Im Unterschied zu Schrauben, Klemmen oder Ankern entsteht bei Klebstoffen die Verbindung durch Haftung an der Oberfläche und innere Festigkeit des ausgehärteten Systems. Dadurch lassen sich Kräfte über eine Fläche statt punktuell einleiten. Das ist besonders relevant bei dünnwandigen Teilen, empfindlichen Oberflächen oder Materialkombinationen, die sich mechanisch nur eingeschränkt fügen lassen. Für belastbare Klebverbindungen sind Untergrund, Passung, Schichtdicke und Aushärtungsbedingungen entscheidend.
Typische Anwendungen im Maschinen- und Metallbereich
Klebstoffe werden für Gehäuse, Abdeckungen, Blechteile, Profile, Einbauteile und hybride Baugruppen eingesetzt. Sie eignen sich für Verbindungen zwischen Metall und Metall ebenso wie für Kombinationen mit Kunststoff, Glas oder Verbundwerkstoffen. Je nach Anwendung stehen strukturelle Festigkeit, Fixierung kleiner Teile, Spaltüberbrückung oder die Verbindung vibrationsbeanspruchter Komponenten im Vordergrund. Auch bei Baugruppen mit begrenztem Bauraum kann Kleben eine geeignete Fügemethode sein, weil keine zusätzlichen Verbindungselemente integriert werden müssen.
Gängige Klebstoffarten und Verarbeitungsformen
Industrielle Klebstoffe werden unter anderem nach chemischer Basis, Aushärtungsmechanismus und Lieferform unterschieden. Verbreitet sind einkomponentige und zweikomponentige Systeme sowie reaktive und physikalisch abbindende Klebstoffe. Je nach Anforderung kommen beispielsweise Epoxid-, Polyurethan-, Acrylat-, Cyanacrylat- oder anaerobe Klebstoffe in Frage. Die Auswahl hängt davon ab, ob schnelle Handhabungsfestigkeit, hohe Medienbeständigkeit, definierte Verarbeitungszeit oder gute Eignung für bestimmte Werkstoffe gefordert ist.
Abgrenzung zu Schrauben, Klemmen und Giessharzen
Innerhalb der Befestigungs- und Verbindungstechnik unterscheiden sich Klebstoffe deutlich von mechanischen Verbindungselementen wie Muttern und Schrauben, Klemmringen oder Schnellverschlüssen. Mechanische Lösungen sind oft lösbar und übertragen Kräfte über Form- oder Kraftschluss, während Klebstoffe in der Regel eine dauerhafte stoffschlüssige Verbindung erzeugen. Gegenüber Dübeln, Ankern oder Verschraubungen stehen bei Klebstoffen nicht die Verankerung in einem Träger oder das dichte Verschrauben im Vordergrund. Von Giessharzen grenzen sie sich dadurch ab, dass diese eher zum Vergiessen, Einkapseln oder Ausformen verwendet werden und nicht primär zum Fügen zweier Bauteile.