Funktionsprinzip bei der mediengestützten Bearbeitung
Eine Microspray-Anlage führt das Medium in feiner Dosierung an Werkzeug, Werkstück oder Kontaktzone. Je nach Aufbau wird das Medium mit Luft unterstützt oder direkt über Düsen, Leitungen und Dosiereinheiten ausgebracht. Ziel ist eine reproduzierbare Benetzung genau dort, wo Reibung, Temperatur oder Spanbildung den Prozess beeinflussen. Als Zubehör gehört die Anlage nicht zur eigentlichen Werkzeugmaschine, sondern ergänzt deren Bearbeitungsprozess um eine definierte Medienzufuhr.
Typische Einsatzbereiche in der Metallbearbeitung
Microspray-Anlagen kommen bei spanenden Verfahren zum Einsatz, etwa beim Bohren, Fräsen, Drehen, Sägen oder Gewindeschneiden. Sie werden vor allem dort verwendet, wo eine punktgenaue Schmierung erforderlich ist oder wo eine konventionelle Flutkühlung aus prozess- oder anlagenbezogenen Gründen nicht vorgesehen ist. Auch bei Bearbeitungen mit wechselnden Werkzeugen oder engen Bearbeitungszonen kann die gezielte Zuführung über Sprühpunkte oder Düsen sinnvoll sein.
Ausführungen und anlagentechnische Merkmale
Microspray-Anlagen unterscheiden sich unter anderem nach Art der Dosierung, Anzahl der Sprühstellen und Einbindung in die Maschine. Übliche Merkmale sind Behälter für das Medium, Dosiereinheiten, Schlauch- oder Rohrleitungen, Düsen sowie Elemente zur Einstellung von Menge und Sprühbild. Je nach Anwendung werden einzelne Werkzeuge versorgt oder mehrere Bearbeitungspositionen parallel angebunden. Die Auslegung richtet sich nach Bearbeitungsverfahren, Werkzeuggeometrie, Maschinenaufbau und dem verwendeten Medium.
Abgrenzung zu anderem Werkzeugmaschinenzubehör
Microspray-Anlagen gehören zum Zubehör für die prozessnahe Medienzufuhr. Sie unterscheiden sich damit klar von Späneförderern, die Späne aus dem Arbeitsraum abtransportieren, oder von Stangenlademagazinen, die Material zuführen. Auch gegenüber Mehrspindelköpfen oder Maschinenstellelementen haben sie eine andere Funktion: Sie verändern nicht die Kinematik oder den Aufbau der Bearbeitungseinheit, sondern versorgen den Bearbeitungsprozess mit einem fein dosierten Medium.