Strehler in der Gewindebearbeitung
Ein Strehler greift in vorhandene Gewindegänge ein und stellt deren Funktion durch kontrolliertes Nacharbeiten wieder her. Dabei wird in der Regel kein neues Gewinde von Grund auf erzeugt, sondern ein bestehendes Profil berichtigt. Typische Aufgaben sind das Freilegen zugesetzter Gänge, das Beseitigen leichter Beschädigungen und das Wiederherstellen der Verschraubbarkeit.
Typische Einsatzfälle bei Montage, Instandhaltung und Fertigung
Strehler werden verwendet, wenn Gewinde nach dem Transport, nach Korrosion, nach einer Oberflächenbehandlung oder durch unsachgemässe Montage beeinträchtigt sind. In der Instandhaltung dienen sie dazu, funktionsfähige Verbindungselemente weiter zu nutzen, ohne das gesamte Bauteil zu ersetzen. In der Fertigung kommen sie dort vor, wo Gewinde nach dem Beschichten, Lackieren oder Verzinken nachbearbeitet werden müssen.
Ausführungen für unterschiedliche Gewindearten
Je nach Anwendung gibt es Strehler für verschiedene Gewindearten, Abmessungen und Steigungen. Die Ausführung richtet sich unter anderem danach, ob Innengewinde oder Aussengewinde bearbeitet werden und wie stark die Beschädigung ausgeprägt ist. Zusätzlich unterscheiden sich Werkzeuge nach Handhabung, Werkstoff und Geometrie des Eingriffs in das Gewindeprofil.
Abgrenzung zu Bohrern, Fräsen, Rollen und Lehren
Strehler sind von anderen Gewindewerkzeugen klar zu unterscheiden. Bohrer erzeugen die Kernlochbasis, Fräsen schneiden Gewinde spanend neu, Rollen formen Gewinde ohne Span und Lehren prüfen die Masshaltigkeit. Schneideinheiten und Schneidfutter dienen der geführten Herstellung oder Aufnahme von Schneidwerkzeugen, während Strehler primär für das Nacharbeiten eines bereits vorhandenen Gewindes eingesetzt werden.