Ein Gemälde hängt seit Jahrzehnten im Wohnzimmer, ein Möbelstück wurde vom Grossvater geerbt, eine Skulptur taucht auf dem Flohmarkt auf – und plötzlich stellt sich die Frage, was dieses Objekt wirklich wert ist. Kunstschätzerinnen und Kunstschätzer geben auf diese Frage eine fundierte Antwort. Sie beurteilen den Wert von Kunstwerken, Antiquitäten und Sammlerobjekten und stützen sich dabei auf Fachwissen, Marktkenntnis und jahrelange Erfahrung im Umgang mit Objekten aller Art. Ihr Urteil ist gefragt beim Kauf und Verkauf, bei Versicherungen, Erbschaften und immer dann, wenn ein Objekt einen nachvollziehbaren Wert braucht.
Die Arbeit beginnt mit der genauen Betrachtung des Objekts. Eine Kunstschätzer:in analysiert Stil, Technik, Material und Zustand, sucht nach Signaturen, Provenienzhinweisen und Echtheitsnachweisen und vergleicht das Objekt mit bekannten Werken und aktuellen Marktpreisen. Dabei fliesst ein breites kunsthistorisches Wissen ebenso ein wie die Kenntnis des aktuellen Kunstmarkts, der sich je nach Epoche, Künstler und Sammlertrend stark verändern kann. In vielen Fällen wird auch Archivrecherche betrieben, um die Geschichte eines Objekts so weit wie möglich nachzuverfolgen.
Kunstschätzerinnen und Kunstschätzer sind in unterschiedlichen Kontexten tätig. Sie arbeiten für Auktionshäuser, Galerien, Museen, Versicherungsgesellschaften oder private Sammlungsinhaberinnen und Sammlungsinhaber. Bei Erbschaften helfen sie, einen fairen Wert für die Aufteilung zu ermitteln. Bei Versicherungen liefern sie die Grundlage für eine angemessene Deckung. Und beim Kauf oder Verkauf eines Kunstwerks schützen sie vor Fehlinvestitionen oder geben die nötige Sicherheit, um einen fairen Preis zu erzielen.
Eine staatlich geregelte Ausbildung zur Kunstschätzer:in gibt es in der Schweiz nicht. Viele Fachpersonen haben ein Studium in Kunstgeschichte, Archäologie oder einem verwandten Fach absolviert und sich über praktische Erfahrung in Auktionshäusern, Galerien oder Museen in die Schätzungstätigkeit eingearbeitet. Weiterbildungen in Kunstmarkt, Provenienzforschung oder spezifischen Sammlungsgebieten vertiefen das Fachwissen. Entscheidend sind neben akademischem Wissen vor allem ein geschultes Auge, ein breites Netzwerk im Kunstbereich und die Integrität, unabhängige Urteile zu fällen.
Auf WAiSCH sind Kunstschätzerinnen und Kunstschätzer der Branche Design & Medien zugeordnet, da ihre Tätigkeit eng mit der Welt der Kunst, Kultur und des visuellen Erbes verbunden ist. Berührungspunkte bestehen mit den Bereichen Finanzen & Versicherungen, wo Schätzungen als Grundlage für Versicherungsverträge und Vermögensbewertungen dienen, sowie Immobilien, wo Kunstsammlungen zunehmend als Teil von Nachlass- und Vermögensplanung eine Rolle spielen. Kunstschätzerinnen und Kunstschätzer arbeiten freiberuflich, für Auktionshäuser oder in spezialisierten Beratungsunternehmen und werden oft über persönliche Empfehlungen im Kunstumfeld gefunden. Wer eine Kunstschätzer:in beizieht, bekommt nicht nur eine Zahl, sondern eine Geschichte.
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