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Aus dem Toggenburg nach Shanghai: Der neue Metallbau-Schweizermeister im Portrait

  • Aus dem Toggenburg nach Shanghai: Der neue Metallbau-Schweizermeister im Portrait

    Mit einem echten «Juchzer» feierte der frischgebackene SwissSkills Champion der Metallbauer auf der Bühne seinen Sieg. Lars Rotach aus dem sankt-gallischen Ulisbach konnte sich gegen 14 Konkurrenten durchsetzen. So qualifiziert er sich für die WorldSkills 2021 in Shanghai. 

    Handwerker und Sportler – eine passende Mischung

    An der Siegerehrung fand der 20-Jährige kaum Worte, um seine Gefühle zum Sieg zu beschreiben. Rückblickend sagt er nun, es sei vor allem eines gewesen: eine grosse Erleichterung. Er habe nicht unbedingt damit gerechnet, zu gewinnen. Mit einer gewissen Grundzuversicht ist er dennoch angetreten: „Ich wusste zumindest, dass ich nicht schlecht bin.“ 

    An Wettkampferfahrung mangelt es dem jungen Mann keineswegs. Als aktiver Schwinger beim Schwingclub Wattwil kennt er Nervosität und Druck. Auch den direkten Wettstreit mit der Konkurrenz ist er sich gewohnt. Nur mit dem knappen Zeitbudget habe er zu kämpfen gehabt, meint er im Rückblick und spricht damit wohl allen SwissSkills-Teilnehmenden aus der Seele. 

    Mit Ambitionen auf die grosse Bühne 

    Der Zeitdruck wird sicherlich auch an den Berufs-Weltmeisterschaften nächsten Herbst in Shanghai nicht kleiner sein. Um weiter an seinen Fertigkeiten zu schleifen, nimmt Rotach davor an einem mehrwöchigen Vorbereitungskurs des Fachverbandes Metaltec Suisse teil. Unbändige Vorfreude darauf ist beim Praktiker allerdings nicht zu spüren: „Die gewöhnliche Arbeit wäre im Vergleich wohl spannender, als allein in der Ecke zu sitzen und Handgriffe zu perfektionieren.“ Trainingsfaulheit kann man dem Sportler aber nicht vorwerfen – dagegen sprechen sowohl seine Leistungen als auch seine Muskeln beim Jubel.  

    Den baldigen Einsatz auf internationalem Parkett bezeichnet Lars Rotach als „Ehre, aber auch Verpflichtung“. Er nimmt die Verantwortung wahr, die auf seinen Schultern liegt; ist er doch der Repräsentant unseres Landes. Blickt man auf die Leistungen der Schweizer Metallbauer zurück, darf man auch für 2021 von Grossem träumen. „Ein Podestplatz wäre schon schön“, meint der Ulisbacher zu seinen Ambitionen, doppelt jedoch gleich nach: „Zuerst muss ich aber meine Leistung abrufen.“ 

    Leidenschaft, Talent und eine vielseitige Ausbildung 

    So pragmatisch seine Aussagen sind, so spürt man die Leidenschaft des jungen Mannes für seine Arbeit. Ein Erfolgsrezept könne er nicht liefern, gewisse Voraussetzungen müssten aber für berufliche Bestleistungen gegeben sein: „Das Wichtigste ist für mich die Freude am Beruf. Wenn man diese nicht hat, kann man keine gute Arbeit abliefern.“ Ein Flair für das Handwerk schade sicherlich auch nicht, fügt er an. 

    An diesen zwei Faktoren fehlt es Lars Rotach offensichtlich nicht. Neben seiner eigenen Leistung gilt es aber auch seinen Ausbildungsbetrieb, die Büsser Metallbau AG in Mosnang zu würdigen. Sie verstand es, Rotachs Potenzial zu nutzen und ihn zum besten Schweizer Metallbauer zu machen. So erstaunt es nicht, dass der Lehrabgänger mindestens bis zum Beginn der Rekrutenschule in seinem Lehrbetrieb weiterarbeiten wird. Die weitere Zukunft sei noch offen, sagt Rotach gelassen: „Mol luege.“