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Schweizer Bier: Da braut sich was Gutes zusammen

Die Schweiz ist im EM-Fieber. Ob beim Public Viewing, in der Dorfbeiz oder mit Freunden zuhause – was auf keinen Fall fehlen darf? Ein kühles Bier. Wir werfen einen Blick in die Schweizer Bierkultur.

Schweizer: gemässigte Trinker, fleissige Brauer

In Sachen Bierkonsum gehören Schweizerinnen und Schweizer nicht zur Weltspitze. Rund 55 Liter Bier konsumieren wir durchschnittlich pro Kopf und Jahr – klassische Biernationen wie Tschechien, Irland oder Deutschland bewegen sich mit über 100 Litern in anderen Sphären. Überraschenderweise glänzt die Schweiz dafür mit ihren Brauereien. Mit 131 Brauereien auf eine Million Einwohner (2019) belegt die Schweiz den Spitzenplatz im weltweiten Ranking der Brauereidichte. Diese Platzierung ist zwar in erster Linie auf die lückenlose Bürokratie und die niedrige Einwohnerzahl unseres Landes zurückzuführen – sie zeigt aber deutlich auf: Die Schweizer Brauereiszene lebt.

Marktanteile: Grosskonzerne neben Mikrobrauereien

Der Biermarkt in der Schweiz wird von zwei Konzernen dominiert. Die Carlsberg- (unter anderem Feldschlösschen, Kardinal oder Löwenbräu) und die Heineken-Gruppe (Heineken, Eichhof, Calanda und Weitere) besitzen gemeinsam einen Marktanteil von 70 Prozent. Weitere 25 Prozent fallen an Regionalbrauereien; Mikrobrauereien machen lediglich zwei bis drei Prozent des Gesamtvolumens aus. Dennoch sind es gerade die kleineren Betriebe, die den Schweizer Biermarkt mit ihren kreativen Ideen beleben. Bisher hierzulande unbekannte Sorten oder gar komplette Neukreationen von kleinen Brauereien erfreuen sich grosser Beliebtheit. Wer auf Diversifikation setzt und seine Marke lokal verankert, hat bei vielen Schweizer Bierkonsumenten gute Karten.

Swissness: die Krux mit dem «Schweizer» Bier

Trotz aller Kreativität und Innovation hinkt die Branche in einem Bereich noch hinterher: Echtes «Schweizer» Bier gibt es bisher praktisch keines. Von den Hauptbestandteilen Wasser, Hopfen, Malz und Hefe stammen nur Wasser und Hefe vollumfänglich aus der Schweiz. Der Anteil an Schweizer Hopfen beträgt rund zehn, jener an Schweizer Malz gar nur knapp ein Prozent. Interessant an der Frage nach dem Schweizer Braumalz ist vor allem eines: In der Schweiz wird hochwertige Malzgerste angebaut, gemälzt wird sie im Ausland, die Weiterverarbeitung erfolgt wieder im Inland. Diesem Problem widmet sich die IG Mittellandmalz. Ihr Ziel ist es, die Verarbeitung von Braugerste zu Malz in die Schweiz zurückzubringen und so «echtes» Schweizer Bier zu ermöglichen. Dazu errichtet die Schweizer Mälzerei AG zurzeit im aargauischen Möriken-Wildegg die erste grosse Mälzerei der Schweiz. Nach der Inbetriebnahme im Herbst soll die Mälzerei ab Winter 2021/22 bis zu 25 Tonnen Braumalz pro Woche herstellen.

Wer Bier trinkt, weiss: Es lebt nicht vom Geschmack, sondern vom Gefühl. So stossen wir mit unseren Freunden an – Craft Beer von nebenan. Prost!