Was unter Jalousien in der Gebäudesystemtechnik verstanden wird
Gemeint sind Jalousienanlagen, die über Antriebe, Bedienstellen und Steuerungskomponenten betrieben werden. Je nach Ausführung lassen sich Lamellenstellung und Fahrbewegung einzeln, gruppenweise oder zentral steuern. In automatisierten Gebäuden können Jalousien mit Zeitprogrammen, Wetterdaten oder Raumnutzungen verknüpft werden, um Beschattung und Tageslichteinfall abgestimmt zu regeln.
Typische Einsatzbereiche in Wohn-, Verwaltungs- und Zweckbauten
Jalousien werden dort eingesetzt, wo Blendung, Einblicke oder Wärmeeinträge kontrolliert werden sollen. Typische Anwendungsorte sind Bürofassaden, Schulräume, Verkaufsflächen, Wohnbauten sowie Gebäude mit hohen Verglasungsanteilen. In Nutzbauten werden sie oft in zentrale Bedienkonzepte eingebunden, während in Wohngebäuden häufig Einzelraum- oder Fassadensteuerungen im Vordergrund stehen.
Ausführungen und technische Einbindung
Unterschieden wird unter anderem zwischen Innen- und Aussenjalousien, zwischen manueller Bedienung mit elektrischem Antrieb und vollständig automatisierten Anlagen sowie zwischen Einzel- und Gruppensteuerungen. Technisch relevant sind die Ansteuerung der Antriebe, die Einbindung von Sensoren und die Verbindung mit übergeordneten Gebäudefunktionen. Je nach Projekt können auch Szenensteuerungen, Zentralbefehle oder witterungsabhängige Fahrbefehle vorgesehen werden.
Abgrenzung zu anderen Gewerken der Gebäudesystemtechnik
Jalousien sind von Beleuchtungen abzugrenzen, obwohl beide den Umgang mit Tageslicht beeinflussen. Gegenüber Klima und Lüftung regeln Jalousien nicht die Luftführung, sondern den solaren Eintrag und den Sichtschutz. Von Visualisierungen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie die physische Beschattung ausführen, während Visualisierungssysteme vor allem Zustände anzeigen oder Bedienoberflächen bereitstellen. Systemtechniken können die übergeordnete Logik liefern, die Jalousien selbst bleiben jedoch ein eigenes Gewerk mit Antrieben, Steuerung und Beschattungselementen.