Funktionsweise im Endstromkreis
Ein Netzfreischalter überwacht einen definierten Stromkreis und schaltet ihn spannungsfrei, wenn keine normale Nutzung mehr erkannt wird. Damit unterscheidet er sich von einem einfachen Schalter, der eine Leuchte oder ein Gerät nur manuell ein- oder ausschaltet. Der Netzfreischalter sitzt in der Regel in der Verteilung und wirkt auf den gesamten zugeordneten Stromkreis.
Typische Einsatzbereiche in Gebäuden
Eingesetzt werden Netzfreischalter dort, wo ein bestimmter Stromkreis ausserhalb der Nutzung spannungsfrei sein soll. Das betrifft vor allem Räume mit klar abgegrenzten Verbrauchern und vorhersehbaren Nutzungszeiten, beispielsweise Schlafräume, Ruheräume oder einzelne Zimmer in Wohn- und Betreuungsbauten. Weniger geeignet sind Stromkreise mit dauerhaft aktiven Geräten, Steuerungen oder Netzteilen.
Geeignete Stromkreise und technische Randbedingungen
Ob ein Netzfreischalter sinnvoll eingesetzt werden kann, hängt stark von den angeschlossenen Verbrauchern ab. Geräte mit Standby-Betrieb, Ladegeräte, Dimmer, elektronische Vorschaltgeräte oder andere dauerhafte Kleinlasten können die vollständige Freischaltung verhindern oder die Funktion stören. Vor der Auslegung wird deshalb geprüft, welche Verbraucher am betreffenden Stromkreis tatsächlich betrieben werden und ob eine automatische Freischaltung im normalen Betrieb möglich ist.
Abgrenzung zu anderen Komponenten im Verteilnetz
Netzfreischalter gehören im Verteilnetz zur Steuerung eines bestimmten Endstromkreises. Sie sind nicht mit Einbauschaltern oder Steuerschaltern gleichzusetzen, die direkt an einer Bedienstelle betätigt werden. Von Überspannungsschutz unterscheiden sie sich ebenfalls deutlich, da sie keine Schutzfunktion gegen Spannungsspitzen übernehmen. Auch ein Neutral-Leiter-Trenner verfolgt einen anderen Zweck und ist nicht auf die automatische Spannungsfreischaltung eines genutzten Raumstromkreises ausgelegt.