Wärmeübertragung mit Kunststoff als Werkstoff
Ein Kunststoff-Wärmetauscher ist ein Wärmeübertrager, dessen wärmeführende Bauteile ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen. Die Wärme wird über eine Trennfläche von einem Medium auf ein anderes übertragen, während beide Stoffströme voneinander getrennt bleiben. Die Wahl des Werkstoffs richtet sich vor allem nach chemischer Beständigkeit, Temperaturbereich, Druckverhältnissen und der Zusammensetzung der Medien.
Einsatz in Heizungs-, Wasser- und Prozesskreisläufen
Typische Anwendungen liegen in Anlagen mit korrosiven, salzhaltigen oder anderweitig anspruchsvollen Medien. Dazu gehören je nach Auslegung Heizungsnebenkreise, Warmwasser- und Beckenwassertechnik sowie technische Prozesse mit erhöhten Anforderungen an die Materialverträglichkeit. Auch bei der hydraulischen Trennung unterschiedlicher Kreisläufe können Kunststoff-Wärmetauscher eingesetzt werden, wenn Standardlösungen aus Metall nicht geeignet sind.
Auslegungsmerkmale und Bauformen
Für die Auswahl sind nicht nur Leistung und Anschlussart relevant, sondern vor allem die Verträglichkeit mit dem jeweiligen Medium. Geprüft werden unter anderem Temperaturfenster, Druckbelastung, Verschmutzungsneigung, Strömungsführung und Reinigbarkeit. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Bauformen in Frage, etwa kompakte Module oder auf bestimmte Medien abgestimmte Konstruktionen. Die Auslegung erfolgt immer anwendungsbezogen und nicht allein nach der Heizleistung der Gesamtanlage.
Abgrenzung innerhalb von Öfen, Heizungen
Innerhalb der Leistung Öfen, Heizungen gehören Kunststoff-Wärmetauscher zu den funktionalen Komponenten einer Anlage und nicht zu den Wärmeerzeugern selbst. Im Unterschied zu Bauheizungen, Pelletzentralheizungen oder Blockheizkraftwerk-Anlagen erzeugen sie keine Wärme, sondern übertragen vorhandene Wärme zwischen zwei Systemen. Sie unterscheiden sich auch von Lagertanks oder Zisternen aus Kunststoff, da ihr Zweck nicht die Speicherung, sondern der geregelte Wärmeaustausch ist.