Funktionsprinzip selbstreinigender Wärmetauscher
Ein selbstreinigender Wärmetauscher überträgt Wärme zwischen zwei Medien und reduziert gleichzeitig Fouling im wärmeübertragenden Bereich. Je nach Bauart geschieht dies durch mechanische Reinigungselemente, automatische Spülvorgänge, bewegte Komponenten oder andere integrierte Verfahren, die Beläge lösen oder deren Aufbau begrenzen. Ziel ist nicht eine vollständig wartungsfreie Anlage, sondern ein stabilerer Betrieb bei Medien, die zu Verschmutzung, Verkrustung oder Anhaftungen neigen.
Einsatz bei verschmutzten, partikelhaltigen oder belagsbildenden Medien
Typische Einsatzbereiche liegen in Anlagen mit Roh-, Prozess- oder Abwasser, in Kreisläufen mit Schwebstoffen sowie in thermischen Prozessen mit erhöhtem Risiko für Ablagerungen. Im Umfeld von Wärmeversorgung und Anlagentechnik werden selbstreinigende Wärmetauscher dort eingesetzt, wo Wärme aus Medien mit schwankender Qualität gewonnen, abgeführt oder zurückgeführt werden muss. Sie sind auch dann relevant, wenn Reinigungsstillstände den Betrieb stark einschränken würden oder der Zugang zum Wärmetauscher im laufenden Betrieb erschwert ist.
Bauarten und Reinigungsverfahren
Selbstreinigende Ausführungen unterscheiden sich nach Wärmetauschertyp, Reinigungsart und Einbindung in den Prozess. Je nach Anwendung kommen Bauformen mit freien Strömungsquerschnitten, automatisierter Rückspülung, internen Reinigungskörpern oder bewegten Oberflächen in Frage. Bei der Auswahl sind unter anderem Medium, Partikelgrösse, Viskosität, Temperaturbereich, Druckverhältnisse und zulässige Betriebsunterbrüche zu berücksichtigen. Ebenso relevant sind Werkstoffe, Zugänglichkeit, Regelungstechnik und die Frage, ob die Reinigung kontinuierlich oder zyklisch erfolgen soll.
Abgrenzung innerhalb des Bereichs Wärme
Innerhalb der Leistungshierarchie gehört diese Leistung zum Bereich Wärme und beschreibt eine spezielle Ausführung des allgemeinen Wärmetauschers. Der Unterschied zu Wärmetauscher liegt in der integrierten Reinigungsfunktion für belastete Medien; Standardwärmetauscher sind oft für sauberere Betriebsbedingungen ausgelegt. Gegenüber Wärmerückgewinnungsapparaten bezeichnet die Leistung kein komplettes Rückgewinnungssystem, sondern das eigentliche Übertragungselement mit Selbstreinigungsfunktion. Von Wärmespeichern unterscheidet sich der Wärmetauscher durch die direkte Wärmeübertragung statt Speicherung, und von Wärmepumpen durch das Fehlen einer aktiven Temperaturanhebung mittels Kältekreislauf.