Was bei einer Entsäuerung im Wasser verändert wird
Bei einer Entsäuerung wird Wasser so behandelt, dass ein zu niedriger pH-Wert angehoben und überschüssige freie Kohlensäure reduziert wird. Damit verändert sich nicht in erster Linie der Salzgehalt, sondern das chemische Gleichgewicht des Wassers. Ziel ist ein weniger korrosiver Zustand, damit Werkstoffe im System nicht unnötig beansprucht werden. Welche Zielwerte sinnvoll sind, hängt von der Wasseranalyse und vom späteren Einsatz des Wassers ab.
Einsatzbereiche in Wassergewinnungs- und Aufbereitungsanlagen
Entsäuerungen werden bei Quell-, Grund- oder Brunnenwasser eingesetzt, wenn das Rohwasser von Natur aus sauer reagiert oder erhöhte Mengen freier Kohlensäure enthält. Typische Anwendungskontexte sind Eigenwasserversorgungen, technische Wassersysteme sowie zentrale Aufbereitungsanlagen in Gebäuden und Betrieben. Relevant ist das Verfahren auch dort, wo metallische Leitungen, Speicher oder zementgebundene Bauteile mit dem Wasser in Kontakt stehen. In solchen Anlagen ist die chemische Stabilisierung oft ein eigener Aufbereitungsschritt innerhalb der Gesamtanlage.
Übliche Verfahren zur Entsäuerung
Die Entsäuerung kann über Filtermaterialien erfolgen, die den pH-Wert anheben und freie Kohlensäure binden. Ebenfalls möglich ist die Dosierung alkalisch wirkender Mittel, sofern das Anlagenkonzept dies vorsieht. In bestimmten Fällen wird die Behandlung mit weiteren Schritten kombiniert, etwa wenn neben der Säurewirkung auch andere Wasserinhaltsstoffe berücksichtigt werden müssen. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Rohwasserbeschaffenheit, Betriebsweise und Anforderungen an das aufbereitete Wasser.
Abgrenzung zu Enthärtung, Entsalzung und Enteisenung
Entsäuerungen sind nicht mit Enthärtungen oder Entkalkungen gleichzusetzen. Diese Verfahren zielen auf Calcium- und Magnesiumverbindungen beziehungsweise auf Kalkprobleme, während die Entsäuerung die Säure-Basen-Lage des Wassers korrigiert. Von Entsalzungen unterscheidet sie sich ebenfalls klar, weil dabei gelöste Salze entfernt werden. Enteisenungen, Entmanganungen und Entkeimungen behandeln wiederum andere Stoffgruppen oder mikrobiologische Belastungen; die Entsäuerung konzentriert sich auf pH-Wert, freie Kohlensäure und Korrosionsverhalten.