Was bei einer Entsalzung aus dem Wasser entfernt wird
Bei der Entsalzung werden gelöste Ionen aus dem Wasser entfernt oder deutlich reduziert. Dazu gehören je nach Rohwasser unter anderem Natrium-, Calcium-, Magnesium-, Chlorid-, Sulfat- oder Nitrat-Ionen. Anders als bei der reinen Partikelfiltration geht es nicht um Schwebstoffe, sondern um Stoffe, die vollständig im Wasser gelöst sind. Ziel kann eine definierte Absenkung des Salzgehalts oder eine weitgehende Demineralisierung sein.
Typische Einsatzkontexte in Wasseraufbereitungsanlagen
Entsalzungen kommen dort in Frage, wo salzhaltiges Rohwasser vorliegt oder nachgeschaltete Apparate empfindlich auf gelöste Salze reagieren. Das betrifft beispielsweise die Bereitstellung von technisch aufbereitetem Wasser mit niedriger Leitfähigkeit oder die Aufbereitung von Roh- und Brackwasser für weitere Nutzungsschritte. Auch bei Anwendungen, in denen Beläge, Korrosion oder prozessbedingte Rückstände durch gelöste Salze begrenzt werden sollen, ist eine Entsalzung Teil des Anlagenkonzepts. Die konkrete Auslegung richtet sich nach Zulaufqualität, Betriebsweise und geforderter Wasserqualität am Austritt.
Teilentsalzung, Vollentsalzung und Verfahrenswahl
Nicht jede Entsalzung verfolgt denselben Zielwert. Bei der Teilentsalzung wird der Salzgehalt in einem definierten Umfang reduziert oder es werden bestimmte Ionengruppen bevorzugt entfernt. Die Vollentsalzung zielt auf eine weitgehende Entfernung von Kationen und Anionen ab. Technisch kommen je nach Wasserbeschaffenheit und Betriebsanforderung membranbasierte, ionenaustauschbasierte oder thermische Verfahren in Betracht. Für die Wahl des Verfahrens sind Rohwasseranalyse, gewünschte Restqualität, Regenerations- oder Konzentratbehandlung sowie der laufende Anlagenbetrieb massgebend.
Abgrenzung zu Enthärtungen, Entkeimungen und weiteren Ent-Verfahren
Innerhalb der Wasseraufbereitung gehört die Entsalzung zu den Verfahren, die gelöste Inhaltsstoffe gezielt reduzieren. Sie ist breiter angelegt als eine Enthärtung, die im Wesentlichen Härtebildner wie Calcium und Magnesium behandelt. Von Enteisenungen und Entmanganungen unterscheidet sie sich dadurch, dass dort einzelne Metalle im Vordergrund stehen, während die Entsalzung den gesamten Salzgehalt oder grössere Ionengruppen adressiert. Entkeimungen wirken gegen Mikroorganismen und nicht gegen gelöste Salze, Entsäuerungen korrigieren vor allem Eigenschaften wie Säuregehalt und aggressive Kohlensäure. Entkalkungen beziehen sich auf Kalkablagerungen oder kalkbildende Bestandteile, nicht zwingend auf die umfassende Reduktion aller gelösten Salze.