Behandlung von Sicker- und Prozesswasser aus Kompostieranlagen
Abwasserreinigungsanlagen für die organische Abfallbewirtschaftung sind auf Wasserströme ausgelegt, die durch Rotteprozesse, Lagerflächen, Annahmebereiche oder Reinigungsarbeiten entstehen. Je nach Zusammensetzung werden Feststoffe abgetrennt, Frachtschwankungen ausgeglichen und gelöste Belastungen in weiteren Verfahrensstufen reduziert. Die konkrete Kombination aus mechanischen, biologischen oder physikalisch-chemischen Schritten hängt von den Eigenschaften des Abwassers und vom vorgesehenen Ableitungs- oder Nutzungskonzept ab.
Einsatzorte innerhalb von Kompostierungsbetrieben
Typische Einsatzorte sind befestigte Rotteflächen, geschlossene Kompostierhallen, Tunnelkompostierungen, Annahme- und Umschlagzonen sowie Waschplätze für Fahrzeuge und Behälter. Auch bei der Erfassung von Oberflächenabfluss auf belasteten Betriebsflächen können solche Anlagen Teil des Gesamtsystems sein. Relevant sind sie vor allem dort, wo Niederschläge, Materialfeuchte und betriebliche Reinigung zu stark schwankenden Abwassermengen führen.
Ausführungen von der Vorbehandlung bis zur mehrstufigen Reinigung
Die Bandbreite reicht von einfachen Vorbehandlungs- und Sammelsystemen bis zu mehrstufigen Anlagen mit Zwischenpufferung, Feststoffabtrennung und weitergehender Reinigung. Je nach Standort kommen kompakte modulare Einheiten oder fest integrierte Anlagenkonzepte in Frage. Massgebend für die Ausführung sind unter anderem die saisonale Belastung, die Zusammensetzung des Wassers, der Platzbedarf sowie die Einbindung in bestehende Stoff- und Wasserkreisläufe des Betriebs.
Abgrenzung zu Entwässerungsanlagen und anderer Komposttechnik
Im Unterschied zu Entwässerungsanlagen behandeln Abwasserreinigungsanlagen bereits erfasste Wasserströme und nicht primär feuchte Materialfraktionen oder Schlämme zur Volumenreduktion. Von Vergärungsanlagen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie nicht der biologischen Behandlung des organischen Inputmaterials dienen, sondern dem Umgang mit anfallendem Abwasser. Gegenüber Mischer, Siebmaschinen, Häckslern oder Umsetzgeräten gehören sie nicht zur eigentlichen Materialaufbereitung und Rotteführung, sondern zur wasserbezogenen Umwelttechnik innerhalb des Kompostierungsbetriebs.