Wie Vergärungsanlagen organische Stoffe umsetzen
Der Prozess umfasst in der Regel die Annahme, Aufbereitung und Dosierung der Einsatzstoffe, die eigentliche Vergärung im Fermenter sowie die Behandlung von Biogas und Gärresten. Mikroorganismen bauen die organische Substanz ohne Sauerstoff ab und erzeugen dabei ein methanhaltiges Gasgemisch. Der verbleibende Gärrest kann je nach Materialstrom entwässert, nachrottegeführt oder in anderen Schritten weiter aufbereitet werden.
Einsatzbereiche bei Bioabfällen und biogenen Reststoffen
Vergärungsanlagen kommen dort zum Einsatz, wo organische Stoffströme getrennt erfasst und kontrolliert behandelt werden. Dazu zählen kommunale Bioabfälle, Reststoffe aus der Lebensmittelverarbeitung sowie weitere biogene Materialien mit ausreichendem Vergärungspotenzial. Die Eignung hängt unter anderem von Zusammensetzung, Störstoffanteil, Feuchtigkeitsgehalt und logistischer Anlieferung ab.
Verfahrensvarianten und technische Ausprägungen
Unterschieden wird unter anderem zwischen Nass- und Trockenvergärung sowie zwischen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Verfahren. Je nach Substrat und Betriebsziel können auch Temperaturbereiche und Verweilzeiten unterschiedlich ausgelegt sein. Zur Gesamtanlage gehören häufig zusätzliche Einheiten für Zerkleinerung, Mischung, Entwässerung, Gasaufbereitung oder die Behandlung der Gärreste.
Abgrenzung zu Kompostierung und verwandten Anlagen
Vergärungsanlagen sind innerhalb der Behandlung organischer Abfälle von der klassischen Kompostierung abzugrenzen: Kompostierung erfolgt aerob, Vergärung anaerob. In der Praxis werden beide Verfahren oft kombiniert, etwa wenn Gärreste anschliessend kompostiert werden. Von Geschwisterleistungen wie Siebmaschinen, Mischern, Entwässerungsanlagen oder Zerkleinerungsmaschinen unterscheiden sich Vergärungsanlagen dadurch, dass sie den biologischen Hauptprozess abbilden, während diese Systeme einzelne Vor- oder Nachbehandlungsschritte übernehmen.