Funktion beim Aufsetzen und Umsetzen von Kompostmieten
Beim Aufsetzen wird angeliefertes oder vorbereitetes Material zu Mieten mit definierter Geometrie aufgebaut. Beim Umsetzen wird die Miete später aufgenommen, gelockert, umgeschichtet und erneut abgelegt. Dieser Vorgang unterstützt eine gleichmässigere Rotte, weil Materialzonen neu verteilt und Luft in das Gefüge eingebracht werden. Die Geräte sind damit auf die mechanische Bearbeitung der Miete selbst ausgerichtet, nicht auf die Vorzerkleinerung oder die Endaufbereitung.
Einsatz in der praktischen Kompostierung
Typische Einsatzorte sind Kompostplätze, Grünabfallanlagen und andere Betriebe mit aerober Behandlung organischer Stoffe. Verarbeitet werden je nach Anlage beispielsweise Grüngut, strukturreiche Pflanzenreste oder gemischte organische Fraktionen, soweit sie für die Mietenkompostierung vorgesehen sind. Der Einsatzrhythmus hängt vom Rotteverlauf, vom Feuchtegehalt, von der Materialstruktur und von den betrieblichen Abläufen ab. Besonders relevant sind diese Geräte dort, wo Mieten über längere Zeit kontrolliert geführt und wiederholt bearbeitet werden.
Auslegung nach Material, Mietengeometrie und Platzverhältnissen
Für die Auswahl sind vor allem Breite und Höhe der Mieten, die Beschaffenheit des Ausgangsmaterials sowie die verfügbare Fahr- und Arbeitsfläche massgebend. Strukturreiches, feuchtes oder inhomogenes Material stellt andere Anforderungen an die Bearbeitung als gleichmässige Grüngutfraktionen. Ebenfalls zu berücksichtigen sind Durchsatz, Wendefrequenz und die Einbindung in bestehende Betriebsabläufe. Je nach Konzept stehen eher Lösungen für den eigentlichen Mietenaufbau oder für das wiederholte Umsetzen im Vordergrund.
Abgrenzung zu Mischer, Siebmaschinen und Vergärungsanlagen
Aufsetzgeräte und Umsetzgeräte von Mieten sind innerhalb der Kompostierung organischer Abfälle dem Rotteprozess auf dem Platz zuzuordnen. Sie unterscheiden sich von Mischern, die Material vor dem Aufsetzen homogenisieren, und von Zerkleinerungsmaschinen oder Häckslern, die die Korngrösse vorab anpassen. Siebmaschinen werden in der Regel nach der Rotte für die Fraktionierung eingesetzt, während Absackanlagen erst bei der Abfüllung relevant sind. Vergärungsanlagen gehören zudem zu einem anderen biologischen Verfahren, da dort organische Stoffe unter anderen Prozessbedingungen behandelt werden.