Technischer Umfang der Kompostierung
Zur Kompostierung organischer Abfälle gehören alle technischen Einrichtungen, mit denen organisches Material erfasst, aufbereitet, belüftet, umgesetzt und nachbehandelt wird. Der Prozess basiert auf einer kontrollierten aeroben Rotte, bei der Feuchtigkeit, Struktur und Luftzufuhr auf das Material abgestimmt werden. Je nach Anlagentyp erfolgt die Behandlung in offenen Mieten, in geschlossenen Systemen oder in kombinierten Prozessschritten. Neben der eigentlichen Rotte sind auch Störstoffabtrennung, Materialhomogenisierung und die Aufbereitung des Fertigkomposts Teil dieser Leistung.
Einsatzfelder und organische Inputstoffe
Die Technik wird in kommunalen, gewerblichen und betrieblichen Entsorgungskonzepten eingesetzt, wenn organische Fraktionen getrennt behandelt werden sollen. Typische Einsatzfelder sind Grüngut, separat erfasste Bioabfälle sowie andere organische Reststoffe mit geeigneter Struktur und begrenztem Störstoffanteil. Die Anlagenauslegung richtet sich nach Materialmenge, Feuchtegehalt, Zerkleinerbarkeit und dem Anteil an Fehlwürfen. Für kleinere Volumen kommen auch dezentrale Lösungen wie Siedlungskomposter oder andere kompakte Systeme in Betracht.
Anlagen und Maschinen entlang des Prozessablaufs
Im Vorprozess werden organische Abfälle häufig zerkleinert, gemischt oder entwässert, damit eine gleichmässige Rotteführung möglich ist. Dafür kommen je nach Material Zerkleinerungsmaschinen, Häcksler, Mischer und Entwässerungsanlagen zum Einsatz. Während der Rotte werden offene Mieten mit Aufsetzgeräten oder Umsetzgeräten bearbeitet; in geschlossenen Anlagen übernehmen Förder-, Belüftungs- und Steuerungskomponenten diese Funktion. Nach der Rotte folgen meist Siebmaschinen zur Fraktionierung sowie bei Bedarf Absackanlagen für die Produktbereitstellung. Vergärungsanlagen können vorgelagert oder ergänzend eingesetzt werden, wenn organische Stoffe zunächst anaerob behandelt und der verbleibende Gärrest anschliessend kompostiert wird.
Abgrenzung zu verwandten Leistungen in der Abfallbewirtschaftung
Die Kompostierung organischer Abfälle ist auf biologisch abbaubare, getrennt erfasste Stoffströme ausgerichtet. Sie unterscheidet sich von der Aufbereitung und Behandlung gemischter Abfälle, bei der heterogene Restabfälle sortiert, getrennt oder mechanisch behandelt werden. Gegenüber Einsammlung und Transport steht hier nicht die Logistik, sondern die technische Umwandlung des organischen Materials im Vordergrund. Zur Verwertung und zum Wertstoffrecycling besteht eine Nähe, weil aus dem Abfall ein nutzbares Produkt entsteht; die Verfahrenstechnik ist jedoch biologisch und nicht primär stofflich-mechanisch ausgerichtet. Von der Endlagerung grenzt sich die Leistung klar ab, da organische Abfälle hier behandelt und nicht dauerhaft deponiert werden.