Funktionsweise biologischer Kleinkläranlagen
Die Anlage kombiniert in der Regel eine Vorklärung mit einer biologischen Reinigungsstufe. In der Vorklärung werden absetzbare und schwimmende Stoffe zurückgehalten, danach wird das vorgereinigte Abwasser biologisch behandelt. Dabei bauen Mikroorganismen organische Belastungen unter kontrollierten Bedingungen ab. Je nach System erfolgt dies mit frei suspendierter Biomasse, auf Aufwuchsträgern oder in zeitlich getakteten Reaktionsphasen.
Einsatz bei dezentraler Abwasserentsorgung
Typische Einsatzorte sind Einzelgebäude, kleine Wohngruppen, abgelegene Liegenschaften oder Standorte ausserhalb bestehender Kanalnetze. Die Auslegung richtet sich nach der anfallenden Abwassermenge, dem Nutzungsprofil und den Schwankungen im Zulauf. Gerade bei zeitweiser Nutzung, etwa an saisonal belegten Standorten, muss das Verfahren mit Unterlast und Lastwechseln umgehen können. Bei gewerblich geprägtem Abwasser kann eine zusätzliche Vorbehandlung erforderlich sein.
Verfahrensformen im kleinen Anlagenmassstab
Biologische Kleinkläranlagen werden in unterschiedlichen prozesstechnischen Ausführungen gebaut. Verbreitet sind kompakte Belebungsverfahren, SBR-Konzepte, Festbett- und Tropfkörpersysteme sowie in einzelnen Fällen membranunterstützte Lösungen. Die Unterschiede betreffen unter anderem die Betriebsweise, den Platzbedarf, die Schlammführung und die Eignung für schwankende Belastungen. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt vom Abwassercharakter, vom Standort und von den geforderten Ablaufwerten ab.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der biologischen Behandlung
Diese Leistung beschreibt komplette dezentrale Anlagen zur biologischen Abwasserreinigung im kleinen Leistungsbereich. Sie ist von allgemeinen Verfahrensbegriffen wie aeroben oder anaeroben Verfahren zu unterscheiden, die nur das biologische Prinzip benennen. Ebenfalls abzugrenzen sind einzelne Komponenten wie Gebläse, Verdichter, Druckluftbelüftung oder Sauerstoffbegasung sowie spezielle Reaktortypen wie SBR-Reaktoren oder Tropfkörper als eigenständige Verfahrenselemente. Im Unterschied zu Belebungsanlagen oder Bio-Reaktoren im allgemeinen Sinn steht hier die vollständig integrierte Kleinanlage für den dezentralen Betrieb im Vordergrund.