Funktion des Kunststofffüllmaterials im Tropfkörper
Das Füllmaterial stellt im Tropfkörper die Trägerstruktur für Mikroorganismen bereit. Auf den Oberflächen wächst ein biologischer Film, der gelöste und fein verteilte Stoffe aus dem Abwasser umsetzt. Kunststofffüllkörper werden so angeordnet oder eingebracht, dass Wasserverteilung, freie Zwischenräume und Sauerstoffeintrag im System erhalten bleiben. Im Unterschied zu reinen Belüftungseinrichtungen übernimmt das Material nicht die Luftzufuhr selbst, sondern schafft die räumlichen Bedingungen für Biofilmwachstum und Durchströmung.
Typische Einsatzbereiche in der Abwasserbehandlung
Kunststofffüllmaterial wird in biologischen Reinigungsstufen eingesetzt, in denen Abwasser kontinuierlich oder intermittierend über einen Tropfkörper geführt wird. Es kommt in kommunalen Anlagen ebenso vor wie in industriellen Anwendungen, sofern die Zusammensetzung des Abwassers und das Verfahren für eine Biofilmbesiedlung geeignet sind. Relevant ist es auch bei der Erneuerung bestehender Tropfkörper, wenn die Reinigungsleistung, die hydraulische Belastbarkeit oder die Betriebssicherheit verbessert werden sollen, ohne das gesamte Verfahren zu wechseln.
Bauformen und materialbezogene Ausprägungen
Kunststofffüllmaterial ist in unterschiedlichen Geometrien erhältlich, etwa als lose Schüttkörper oder als strukturierte Module. Je nach Bauform verändern sich spezifische Oberfläche, Hohlraumanteil, Strömungsverhalten, Gewicht und Anfälligkeit für Verblockungen. Für die Auswahl sind unter anderem die Abwassercharakteristik, die gewünschte Biofilmdicke, der Feststoffeintrag und die Art der Wasserverteilung relevant. In der Praxis wird zudem berücksichtigt, wie beständig das Material gegenüber den im Betrieb auftretenden chemischen und mechanischen Einwirkungen sein muss.
Abgrenzung zu Tropfkörpern, Tauchtropfkörpern und Belebungsverfahren
Die Leistung bezeichnet das Füllmaterial selbst und nicht die gesamte Tropfkörperanlage. Ein Tropfkörper umfasst zusätzlich Bauwerk, Verteilungseinrichtungen wie Drehsprenger sowie betriebliche Komponenten. Gegenüber Tauchtropfkörpern liegt der Unterschied in der Betriebsweise: Beim klassischen Tropfkörper wird das Abwasser über ein belüftetes Festbett verrieselt, während Tauchtropfkörper mit eingetauchten Aufwuchsflächen arbeiten. Von Belebungsanlagen, SBR-Reaktoren oder Membranbiologie unterscheidet sich das System durch den fest an Oberflächen gebundenen Biofilm statt frei suspendierter Biomasse.