Funktion von Gebläsen in biologischen Abwasseranlagen
In aeroben Verfahren fördern Gebläse Umgebungsluft zu den Belüftungselementen oder direkt in den Prozessraum. Die zugeführte Luft unterstützt den mikrobiellen Abbau organischer Belastungen und kann gleichzeitig Strömung im Becken erzeugen. Massgebend sind dabei nicht nur die Luftmenge, sondern auch der Druck, der nötig ist, um Leitungen, Eintauchtiefe und Einbauten zu überwinden.
Typische Einsatzorte in der biologischen Behandlung
Gebläse werden vor allem bei Belebungsanlagen, SBR-Reaktoren, Membranbiologie und weiteren belüfteten biologischen Stufen eingesetzt. Auch in kleineren biologischen Klärsystemen kommen sie zum Einsatz, sofern Luft gezielt in das Abwasser eingetragen werden muss. Die konkrete Einbindung hängt davon ab, ob die Luftversorgung kontinuierlich, lastabhängig oder in Intervallen erfolgt.
Auslegungsrelevante Merkmale und Bauarten
Für die Auswahl sind Luftvolumenstrom, Druckbereich, Regelbarkeit, Betriebszeiten, Energiebedarf und Anforderungen an die Luftqualität relevant. Je nach Anlagengrösse und Lastprofil kommen unterschiedliche Bauarten in Frage, etwa für eher konstante oder stärker schwankende Luftbedarfe. Im Anlagenbetrieb sind zudem Themen wie Geräusch, Redundanz, Wartungszugang und die Abstimmung mit der vorhandenen Belüftungstechnik zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu Verdichtern, Turbo-Kompressoren und Belüftungssystemen
Gebläse bezeichnen die Maschine zur Förderung der Prozessluft; Druckluftbelüftung, Ejektorbelüftung oder Oberflächenbelüftung beschreiben dagegen die Art des Sauerstoffeintrags ins Abwasser. Von Verdichtern und Turbo-Kompressoren werden Gebläse im Projektkontext oft über den typischen Druckbereich, die Bauart und die Anlagengrösse abgegrenzt. Belebungsanlagen, Bio-Reaktoren oder Tropfkörper sind wiederum die verfahrenstechnischen Einheiten, in denen die Luftversorgung eingesetzt wird, nicht die Luftfördermaschine selbst.