Funktionsprinzip der Ejektorbelüftung
Bei der Ejektorbelüftung erzeugt eine umgewälzte Flüssigkeit einen Strahl, der über das Ejektorprinzip Gas mitreisst. Das Gas wird im Abwasser verteilt und steht den biologischen Prozessen als Sauerstoffquelle zur Verfügung, sofern Luft oder sauerstoffhaltige Gase eingesetzt werden. Gleichzeitig entsteht eine hydraulische Bewegung im Becken, die den Kontakt zwischen Biomasse, Abwasser und Sauerstoff verbessert.
Einsatz in biologischen Reinigungsstufen
Ejektorbelüftung kommt in aeroben Verfahrensschritten zum Einsatz, etwa dort, wo Belebtschlamm oder vergleichbare biologische Systeme belüftet und durchmischt werden müssen. Sie kann in kompakteren Anlagenkonzepten ebenso relevant sein wie in Becken, in denen Sauerstoffeintrag und Strömungsführung gemeinsam betrachtet werden. Die konkrete Eignung hängt von Prozessziel, Beckenhydraulik, Lastschwankungen und den Anforderungen an die biologische Stufe ab.
Anlagenkonfiguration und betriebliche Ausprägungen
Ejektorbelüftung kann mit unterschiedlichen hydraulischen Konzepten umgesetzt werden, etwa über interne Umwälzung oder über separat geführte Kreisläufe. Je nach Auslegung steht stärker der Gaseintrag oder stärker die Mischwirkung im Vordergrund. Für den Betrieb sind unter anderem die Förderleistung der Flüssigkeit, die Gaszufuhr, die Anordnung im Becken sowie die Abstimmung auf den Sauerstoffbedarf der biologischen Behandlung massgebend.
Abgrenzung zu Druckluft-, Oberflächen- und Sauerstoffsystemen
Im Unterschied zur Druckluftbelüftung wird das Gas bei der Ejektorbelüftung nicht primär über klassische Belüfterelemente in das Becken eingebracht, sondern über ein Strahlprinzip mit Flüssigkeitsumwälzung. Gegenüber der Oberflächenbelüftung erfolgt der Sauerstoffeintrag nicht vorwiegend an der Wasseroberfläche. Von der Sauerstoffbegasung ist Ejektorbelüftung ebenfalls zu unterscheiden: Dort steht das verwendete Gas im Vordergrund, während Ejektorbelüftung das Eintragsprinzip beschreibt. Gebläse, Verdichter oder Turbo-Kompressoren sind dabei keine eigenen biologischen Verfahren, sondern mögliche Aggregate zur Gas- oder Medienversorgung.