Wie Desodorierungsanlagen in der Abwassertechnik arbeiten
Die Anlagen erfassen belastete Luftströme an der Geruchsquelle oder in eingehausten Bereichen und führen sie einer Abluftbehandlung zu. Ziel ist die Reduktion von geruchsaktiven Stoffen wie Schwefelverbindungen, Ammoniak oder organischen Verbindungen. Je nach Verfahren erfolgt dies durch Adsorption, biologische Umsetzung oder chemische Wäsche. Für die Auslegung sind unter anderem Luftmenge, Stoffzusammensetzung, Feuchte, Temperatur und Lastschwankungen relevant.
Typische Einsatzorte in Abwasser- und Schlammanlagen
Desodorierungsanlagen werden bei Pumpwerken, Kanalbauwerken, Einlaufbereichen, Rechen- und Sandfanganlagen sowie in Bereichen mit Fett- und Schlammbehandlung eingesetzt. Auch bei Eindickung, Entwässerung, Lagerung oder Verladung von Schlamm entstehen häufig geruchsbelastete Luftströme. In geschlossenen Gebäuden oder eingehausten Prozesszonen dient die Anlage dazu, definierte Abluftmengen kontrolliert zu erfassen und zu behandeln.
Verfahrensarten und technische Ausprägungen
Zu den gängigen Ausprägungen zählen Aktivkohleadsorber, Biofilter, Biowäscher und chemische Abluftwäscher. Aktivkohlesysteme werden häufig für kompakte Anlagen oder wechselnde Belastungen eingesetzt, während biologische Verfahren eher bei kontinuierlichen Luftströmen mit geeigneten Randbedingungen verwendet werden. Abluftwäscher können zusätzlich zur Stoffentfernung auch zur Konditionierung der Luft dienen. In der Praxis werden je nach Belastung auch mehrstufige Konzepte mit Vorbehandlung, Hauptstufe und Nachreinigung eingesetzt.
Abgrenzung zu Ozon-, UV- und anderen Verfahren
Innerhalb der Hierarchie gehört die Leistung zur Desinfektion und Desodorierung im Bereich Abwasser. Im Unterschied zu Chlorierungsanlagen, Ozonanlagen oder Ultraviolett-Bestrahlungsanlagen behandeln Desodorierungsanlagen in erster Linie Abluft und nicht den Wasserstrom. Chemikalien zur Desinfektion und Desodorierung sind Betriebsmittel, aber keine eigenständigen Abluftanlagen. Verfahren zur Entfernung von Mikroverunreinigungen zielen auf Spurenstoffe im Wasser und nicht auf Geruchsemissionen aus Prozessen oder Gebäuden.