Was unter Mikroverunreinigungen im Abwasser verstanden wird
Als Mikroverunreinigungen gelten Stoffe, die in niedrigen Konzentrationen im Abwasser vorkommen und in Gewässern unerwünschte Wirkungen entfalten können. Dazu zählen je nach Herkunft etwa Arzneimittelrückstände, Biozide, Pflanzenschutzmittel, industrielle Spurenstoffe oder Bestandteile von Haushaltschemikalien. Die Behandlung dieser Stoffe zielt auf ihre Entfernung oder Umwandlung in nachgeschalteten Reinigungsstufen.
Typische Einsatzfelder in der Abwasserbehandlung
Verfahren zur Reduktion von Mikroverunreinigungen werden vor allem dort eingesetzt, wo gereinigtes Abwasser in sensible Gewässer eingeleitet wird oder wo bestimmte Stoffeinträge bekannt sind. Das betrifft insbesondere kommunale Abwasserreinigungsanlagen mit hohen Anforderungen an den Gewässerschutz. Auch in industriellen Anwendungen kann eine zusätzliche Behandlungsstufe nötig sein, wenn produktspezifische Spurenstoffe im Abwasser auftreten.
Verfahrensansätze zur Reduktion von Spurenstoffen
Für die Behandlung kommen je nach Stoffprofil und Anlagenkonzept unterschiedliche Verfahren in Frage. Verbreitet sind adsorptive Lösungen, etwa mit Aktivkohle, sowie oxidative Verfahren oder Kombinationen mehrerer Stufen. Entscheidend sind dabei die Zusammensetzung des Abwassers, die gewünschte Reinigungsleistung, die Einbindung in bestehende Anlagen und die Anforderungen an den Betrieb der nachgeschalteten Stufen.
Abgrenzung zu Desinfektion, Desodorierung und Ozonanlagen
Innerhalb dieser Hierarchie ist die Leistung unter Desinfektion und Desodorierung eingeordnet, fachlich grenzt sie sich jedoch klar von den benachbarten Leistungen ab. Chemikalien zur Desinfektion und Desodorierung, Chlorierungsanlagen und Ultraviolett-Bestrahlungsanlagen dienen in erster Linie der Keimreduktion oder Geruchsbehandlung. Desodorierungsanlagen behandeln Geruchsemissionen, nicht gelöste Spurenstoffe im Abwasser. Eine Nähe besteht zu Ozonanlagen, wenn Ozon zur Oxidation von Mikroverunreinigungen eingesetzt wird; die Leistung Mikroverunreinigungen umfasst dann die Betrachtung der gesamten Reinigungsaufgabe und nicht nur eines einzelnen Aggregats.