Funktionsprinzip in der Abwasserdesinfektion
In UV-Anlagen wird das vorbehandelte Abwasser an Strahlern vorbeigeführt, die ultraviolette Strahlung abgeben. Die Bestrahlung inaktiviert Mikroorganismen, indem sie deren Vermehrungsfähigkeit beeinträchtigt. Damit die Desinfektionsleistung erreicht wird, muessen unter anderem Wasserqualitaet, Trübung, Durchfluss und Reaktorauslegung aufeinander abgestimmt sein. UV-Anlagen sind deshalb meist in eine definierte Verfahrenskette nach mechanischer, biologischer oder weitergehender Reinigung eingebunden.
Typische Einsatzorte und Betriebsbedingungen
Ultraviolett-Bestrahlungsanlagen kommen vor allem am Ablauf von Abwasserreinigungsanlagen zum Einsatz. Sie werden verwendet, wenn hygienische Anforderungen an das gereinigte Abwasser gestellt werden oder wenn Wasser fuer bestimmte technische Nutzungen weiterverwendet wird. Relevant sind dabei stabile hydraulische Bedingungen und eine Wasserbeschaffenheit, die eine ausreichende Lichtdurchdringung erlaubt. In der Praxis werden UV-Systeme auch in Teilstroemen oder in industriellen Abwasseranwendungen eingesetzt, sofern die Zusammensetzung des Wassers dies zulaesst.
Anlagenaufbau, Ausführungen und Betrieb
UV-Bestrahlungsanlagen unterscheiden sich unter anderem in Reaktorgeometrie, Anordnung der Strahler und Einbindung in offene oder geschlossene Systeme. Zum Anlagenbetrieb gehoeren die Ueberwachung der Bestrahlungsleistung, die Reinigung von Schutzrohren sowie der Austausch von Komponenten nach Betriebszustand und Herstellerangaben. Je nach Auslegung sind auch Regelungen fuer variable Durchflussmengen oder Bypass-Situationen vorgesehen. Planung und Betrieb richten sich nach dem erforderlichen Desinfektionsziel und den Eigenschaften des zu behandelnden Abwassers.
Abgrenzung zu Chlorierung, Ozon und Desodorierung
Innerhalb der Leistung Desinfektion und Desodorierung beziehen sich Ultraviolett-Bestrahlungsanlagen auf die physikalische Desinfektion von Wasser. Im Unterschied zu Chlorierungsanlagen und anderen chemischen Verfahren erfolgt keine Dosierung eines Desinfektionsmittels in den Wasserstrom. Gegenueber Ozonanlagen steht bei UV die Bestrahlung im Reaktor im Vordergrund, waehrend Ozon als Oxidationsmittel eingetragen wird. Von Desodorierungsanlagen sind UV-Systeme klar zu trennen, da diese auf die Behandlung geruchsbelasteter Luft oder Abluft ausgerichtet sind; die Entfernung von Mikroverunreinigungen ist ebenfalls ein eigener Leistungsbereich.