Funktionsprinzip von Ozonanlagen im Abwasserbereich
Ozon wird in der Regel direkt am Standort aus einem sauerstoffhaltigen Gasstrom erzeugt und ohne längere Speicherung verwendet. Anschliessend wird es in einen Wasserstrom oder in belastete Prozessluft eingetragen, wo es oxidativ auf Mikroorganismen, geruchsaktive Verbindungen oder andere reaktive Inhaltsstoffe wirkt. Zu einer Ozonanlage gehören je nach Auslegung unter anderem Ozonerzeugung, Gasaufbereitung, Eintragssystem, Kontaktstrecke, Mess- und Regeltechnik sowie die Behandlung von Restozon im Abluftstrom.
Typische Einsatzbereiche in Abwasseranlagen
Ozonanlagen werden im Ablauf oder in einzelnen Teilströmen eingesetzt, wenn eine zusätzliche Desinfektion erforderlich ist oder oxidierbare Stoffe gezielt reduziert werden sollen. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Behandlung geruchsbelasteter Luft aus Bauwerken und Prozessstufen der Abwasser- und Schlammbehandlung. Ob Ozon im Wasser oder in der Luft eingesetzt wird, hängt von der Aufgabenstellung, der Zusammensetzung des Mediums und der Einbindung in die Gesamtanlage ab.
Anlagenkonzepte, Eintragssysteme und Prozessführung
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Medium, Belastung und Reaktionsziel. Bei Wasseranwendungen sind Kontaktreaktoren, Injektionssysteme oder Seitenstromlösungen üblich, damit sich Ozon ausreichend im Prozess verteilen und abreagieren kann. Bei Luftanwendungen stehen der kontrollierte Gaseintrag und die sichere Führung der behandelten Abluft im Vordergrund. Für den Betrieb relevant sind zudem Messgrössen wie Ozongas, Restozon, Betriebszustände der Eintragskomponenten und die sichere Abschaltung bei Abweichungen.
Abgrenzung zu Chlorierung, UV und Desodorierungsanlagen
Ozonanlagen unterscheiden sich von Chlorierungsanlagen dadurch, dass kein klassisches Desinfektionsmittel als Lagerchemikalie dosiert wird, sondern Ozon vor Ort erzeugt und unmittelbar eingesetzt wird. Gegenüber Ultraviolett-Bestrahlungsanlagen beruht die Wirkung nicht auf Bestrahlung, sondern auf chemischer Oxidation. Desodorierungsanlagen bezeichnen den Oberbegriff für technische Systeme zur Geruchsminderung; Ozonanlagen sind eine mögliche Ausprägung davon. Der Begriff Mikroverunreinigungen beschreibt dagegen primär eine Stoffgruppe beziehungsweise eine Reinigungsaufgabe und nicht die Anlagentechnik selbst.