Hydraulisches Prinzip von Freistrompumpen
Bei Freistrompumpen steht ein möglichst ungehinderter Durchgang des Mediums im Vordergrund. Die Bauart ist darauf ausgelegt, dass Feststoffe und Faserstoffe den Pumpenraum passieren können, ohne stark mit rotierenden Teilen in Kontakt zu kommen. Dadurch eignen sich diese Pumpen für Förderaufgaben, bei denen herkoemmliche Hydrauliken schneller zusetzen oder auf empfindliche Medien treffen. Die genaue Ausführung der Hydraulik kann je nach Hersteller und Einsatzfall unterschiedlich sein.
Typische Einsatzbereiche in Abwasser und Prozessmedien
Freistrompumpen werden vor allem dort eingesetzt, wo verschmutzte, feststoffhaltige oder faserige Flüssigkeiten anfallen. Dazu gehören kommunale und industrielle Abwässer, Sumpfbereiche, Sammelschächte, Entwässerungsstationen sowie einzelne Prozessschritte in der Wasser- und Schlammbehandlung. Sie kommen auch in Anwendungen vor, in denen das Fördermedium in seiner Zusammensetzung schwankt und die Betriebssicherheit gegen Verstopfungen höher gewichtet wird als ein möglichst hoher Wirkungsgrad.
Bauformen und Auslegungskriterien
Freistrompumpen sind in verschiedenen Einbau- und Antriebsformen erhältlich, etwa als trocken aufgestellte Aggregate oder als Tauchpumpen. Für die Auswahl sind vor allem Medium, Feststoffanteil, Faseranteil, Temperatur, Aufstellungsart und Förderaufgabe massgebend. Auch Werkstoffe, Dichtungssysteme und die Zugänglichkeit für Wartung beeinflussen die Eignung im Betrieb. In abrasiven oder chemisch belasteten Anwendungen ist die Materialauswahl besonders relevant.
Abgrenzung zu Abwasserpumpen, Schneidradpumpen und Tauchpumpen
Freistrompumpen bezeichnen eine bestimmte hydraulische Bauart innerhalb der Pumpentechnik. Abwasserpumpen sind dagegen eine anwendungsbezogene Kategorie und können je nach Aufgabe mit unterschiedlicher Hydraulik ausgeführt sein. Im Unterschied zu Schneidradpumpen zerkleinern Freistrompumpen Feststoffe nicht aktiv, sondern sind auf deren Durchgang ausgelegt. Gegenüber Tauchpumpen besteht ebenfalls ein anderer Fokus: Tauchpumpen beschreiben die Einbauart, nicht das hydraulische Prinzip.