Funktionsprinzip von Kolbenmembranpumpen
Bei einer Kolbenmembranpumpe erzeugt der Kolben eine wechselnde Bewegung, die über eine Membran auf den Förderraum wirkt. Saug- und Druckventile steuern den Medienstrom während der Ansaug- und Förderphase. Durch diese Bauweise arbeitet die Pumpe nach dem Verdrängerprinzip und fördert das Medium pulsierend. Die Membran trennt das Medium vom antriebsseitigen Bereich, was bei kritischen, korrosiven oder verunreinigenden Medien konstruktiv relevant sein kann.
Einsatzbereiche in Wasser-, Schlamm- und Prozessanwendungen
Kolbenmembranpumpen werden dort eingesetzt, wo definierte Volumenströme unter höherem Druck oder mit anspruchsvollen Medien erforderlich sind. Typische Kontexte liegen in der Wasser- und Abwasserbehandlung, in chemischen Prozessen sowie bei schlammigen, zähflüssigen oder feststoffbelasteten Medien, sofern die Ausführung dafür ausgelegt ist. Auch in Dosier- und Beschickungsaufgaben kommen sie vor, wenn eine gleichmässige und reproduzierbare Förderung verlangt wird.
Bauformen, Werkstoffe und Betriebsmerkmale
Unterschiede bestehen unter anderem bei Antriebsart, Anzahl der Förderköpfe, Membranwerkstoffen, Ventilausführung und Regelbarkeit der Fördermenge. Je nach Auslegung können Kolbenmembranpumpen für aggressive Flüssigkeiten, Suspensionen oder druckintensive Prozesse konzipiert werden. Für die Auswahl relevant sind Mediumseigenschaften wie Viskosität, Feststoffanteil, chemische Beständigkeit, Temperatur und die geforderte Drucklage. Ebenfalls zu prüfen sind Pulsation, Wartungszugang und die Eignung der Dicht- und Membrankomponenten.
Abgrenzung zu Kolbenpumpen, Membranpumpen und Dosierpumpen
Innerhalb der Pumpentechnik zählen Kolbenmembranpumpen zu den Verdrängerpumpen, unterscheiden sich jedoch von klassischen Kolbenpumpen durch die Trennung zwischen Antrieb und Fördermedium mittels Membran. Gegenüber einfachen Membranpumpen sind sie auf Anwendungen mit definierten Druck- und Förderanforderungen ausgelegt, bei denen die Kolbenbewegung die Membran gezielt antreibt. Von Kreiselpumpen grenzen sie sich durch ihr Verdrängerprinzip ab. Dosierpumpen beschreiben primär die Funktion einer präzisen Mengenabgabe; eine Kolbenmembranpumpe kann dafür eingesetzt werden, ist aber nicht mit der gesamten Kategorie Dosierpumpen gleichzusetzen.