Was Säurepumpen technisch auszeichnet
Säurepumpen sind für Medien ausgelegt, die Standardpumpen chemisch angreifen können. Die Auswahl richtet sich deshalb nicht nur nach Fördermenge und Förderhöhe, sondern vor allem nach der Beständigkeit aller medienberührten Komponenten. Dazu gehören Gehäuse, Laufrad, Welle, Dichtungen, Schläuche oder Membranen. Je nach Medium kommen Kunststoffe, fluorierte Werkstoffe, Elastomere mit passender chemischer Resistenz oder korrosionsbeständige Metallwerkstoffe zum Einsatz. Auch Kristallbildung, Gasanteile, Viskosität und Temperatur beeinflussen die Auslegung.
Einsatz in Wasser-, Abwasser- und Prozessanlagen
Typische Anwendungen liegen bei der Förderung von Säuren für Neutralisationsstufen, Reinigungsprozesse, Beiz- und Regenerationsschritte sowie bei der Versorgung von Behandlungsanlagen mit Prozesschemikalien. In der Wasser- und Abwasserbehandlung betrifft das etwa die Einbindung von Säuren zur pH-Wert-Korrektur oder zur Reinigung von Anlagenteilen. In Prozessanlagen werden Säurepumpen auch für Umlauf-, Transfer- oder Entleeraufgaben verwendet. Die Ausführung hängt davon ab, ob kontinuierlich gefördert wird, ob nur kurze Chargen anfallen oder ob die Pumpe in einem sicherheitsrelevanten Bereich arbeitet.
Bauarten und materialbezogene Ausführungen
Säurepumpen können als Kreiselpumpen, Membranpumpen, Magnetpumpen oder in weiteren Bauformen ausgeführt sein. Welche Bauart geeignet ist, hängt von der erforderlichen Fördercharakteristik, dem zulässigen Leckagerisiko und der Beschaffenheit des Mediums ab. Für dünnflüssige Säuren im Dauerbetrieb werden oft andere Lösungen gewählt als für diskontinuierliche Förderung, stark ausgasende Medien oder Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Dichtheit. Neben der Bauart ist die werkstoffbezogene Abstimmung zentral: Schon geringe Änderungen bei Konzentration oder Temperatur können dazu führen, dass eine bisher geeignete Kombination aus Gehäusematerial und Dichtung nicht mehr passt.
Abgrenzung zu Chemiepumpen, Dosierpumpen und Abwasserpumpen
Säurepumpen bilden innerhalb der Pumpentechnik eine spezifische Ausprägung für saure Medien. Chemiepumpen sind weiter gefasst und decken zusätzlich Laugen, Lösungsmittel, Salzlösungen oder andere aggressive Flüssigkeiten ab. Dosierpumpen sind auf präzise, meist mengenmässig kleine Zugaben ausgelegt, während Säurepumpen auch für reine Förder-, Umwälz- oder Transferaufgaben eingesetzt werden. Gegenüber Abwasserpumpen liegt der Unterschied vor allem im Medium: Abwasserpumpen sind auf Feststoffe, Fasern und Schmutzfracht ausgelegt, Säurepumpen dagegen auf chemische Beständigkeit und ein geeignetes Dichtungskonzept.